Umzug!

Hey ihr Lieben!

Ich habe es gewagt und geschafft und meinen Blog genommen und bin damit auf eine eigene Domain gezogen! Es war schön hier, aber ich wollte mal was Neues. Ich bastel noch am Layout, muss meine Blogrolle noch manuell nachtragen und so weiter, aber alles andere findet ihr ab jetzt und immer auf gluecklichscheitern.de

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Interview mit Anna Yona: Mompreneur & Gründerin von Wildling Shoes

Vor einigen Wochen war ich bei einem Treffen der Mompreneurs in und um Köln. Eine Mompreneur ist eine Mutter, die ein eigenes Business hat, oder freiberuflich arbeitet.

Bei diesem Treffen waren tolle Frauen, mit Ideen, Esprit und ganz viel Engagement. Anna stellte kurz ihr Unternehmen vor – sie stellt Schuhe für Kinder her. Gibt es doch schon? Klar, aber ihre Schuhe sind besonders: Die Kinder laufen darin wie barfuß. Und weil ihre Crowdfunding-Kampagne so super anlief, gibt es die Schuhe jetzt bis Größe 41. Ich fand diesen Schuh toll und Anna kam sehr sympathisch rüber und so dachte ich: Diese Frau muss ich Euch vorstellen.

Anna kommt aus Deutschland, studierte und lebte einige Jahre in Israel, ist verheiratet und hat drei Kinder, die 7, 5 und 2 Jahre alt sind. Seit April 2013 ist sie mit ihrer Familie (wieder) in Deutschland.

Anna und Ran YonaAnna und Ran Yona

Hallo Anna. In meinem Blog geht es um Familie, Feminismus und Fernweh und grade zu Letzterem kannst Du was erzählen. Was führte Dich nach Israel?

Nach der Schule bin ich viel gereist und habe gejobbt um die Reisen zu finanzieren. Ich war lange in Südamerika. Dort habe ich viele Israelis kennengelernt und naja, da war auch ein Mann. Ich hab also gedacht, man müsste mal dort hin, also nach Israel. Zu der Zeit ging es dort aber mit der zweiten Intifada hoch her und das hat mich abgeschreckt. Dann hatte ich aber ein Erlebnis, das mir die Augen geöffnet hat: Ich wollte Journalistin werden, habe bei einer Zeitung in Ecuador ein Praktikum gemacht und dann das Angebot bekommen, in Kolumbien einen Kopf der FARC-Guerillas zu interviewen. Ich habe meine Angst beiseite gepackt und bin hingefahren. Auf dem Weg ins Camp bin ich mit dem Pferd sehr schwer gestürzt. Im Krankenhaus habe ich mir dann gedacht: Ich bin nicht entführt worden, ich bin nicht erschossen worden – ich bin einfach dämlich vom Pferd gefallen! Was passieren kann mir überall, also was soll’s – und so fuhr ich nach Israel. Während des Studiums – ich habe Geschichte des Nahen Ostens und Englische Literatur studiert – habe ich meinen Mann kennen gelernt. Er war mein Nachbar. Den Abreisetermin habe ich also immer verschoben und bin dort geblieben.

Du bist verheiratet und hast drei Kinder in Israel bekommen. Wie hast Du Schwangerschaft/Geburt/Muttersein dort erlebt, was schien Dir anders im Vergleich z.B. zu Deinen deutschen Freundinnen?

Die Vorsorge in Israel geschieht beim Frauenarzt, Hausbesuche einer Hebamme – vor und nach der Geburt – gibt es nicht. Viele Frauen wählen deshalb die Begleitung einer Doula bis zur Geburt (wenn sie sich das leisten können). Die Geburt findet meist im Krankenhaus statt, dort wird man währenddessen von der diensthabenden Hebamme betreut – der Arzt kommt erst dazu, wenn es Probleme gibt. “Natürliche Geburten”, also Geburten ohne Einsatz von Schmerzmitteln etc. sind aber sehr selten, viele Kinder werden auch per Kaiserschnitt zur Welt gebracht – ähnlich wie hier. Geburtshäuser und Hausgeburten sind die absolute Ausnahme.

In Israel steht Familie viel mehr im Zentrum! Man trifft sich häufig Freitagabend mit der ganzen Familie zum Shabbat. Ob man Kinder hat oder nicht ist keine Frage, es ist eigentlich selbstverständlich. Die Leute heiraten früher und bekommen auch früher Kinder. Wenn ein Paar keine Kinder hat liegt das in der Regel daran, dass sie keine Kinder bekommen können. Wer sich tatsächlich bewusst gegen eigene Kinder entscheidet, muss die Fragen Wildfremder über sich ergehen lassen – bis hin zum Taxifahrer, der einem ganz schnell den richtigen Partner verschaffen will. Der Kinderwunsch wird in Israel staatlich gefördert, z.B. durch Finanzierung von medizinischer Hilfe.

In Sachen finanzieller Förderung oder Kinderbetreuung ist Israel aber eher widersprüchlich. Als junge Familie ist es wirtschaftlich sehr schwierig – Mieten, Lebenskosten und Kinderbetreuung sind teurer, während die Löhne meist niedriger sind.

Die meisten Frauen in Israel gehen recht früh nachdem sie Kinder bekommen haben wieder arbeiten, es gibt nur wenige in der säkularen Gesellschaft, die Hausfrau und Mutter werden.

Ich selber blieb zu Hause, habe aus dem Home Office gearbeitet, meist ein paar Stunden pro Tag. Ich wollte meine Kinder nicht in Betreuung geben bevor sie drei Jahre alt sind. Dadurch war ich aber auch recht alleine, weil mein Mann viele Stunden pro Woche in unserem Unternehmen – einem Fitness- und Laufstudio – verbracht hat.

Wie hast Du hier in Deutschland die Rezeption der Studie zu #regrettingmotherhood erlebt, die ja aus Israel stammt? Hast Du Ideen, warum sie hier so eingeschlagen ist? Siehst Du die Studie vor einem anderen Hintergrund?

Einige der Befragten kamen aus religiösem Hintergrund und das ändert den Kontext sehr. In der religiösen Weltauffassung ist das Kinderkriegen keine individuelle Entscheidung, sondern etwas, das von einer Frau erwartet wird. Sie kann sich die Frage “will ich überhaupt Mutter sein” zu keinem Zeitpunkt stellen.

Ich denke, dass die Ergebnisse der Studie in der deutschen Diskussion etwas verzerrt worden sind. Muttersein bedeutet nicht, ständig auf der rosa Wolke zu schweben – es gibt auch viele Graustufen. Diese schwierigen Momente und auch die kurzzeitigen Zweifel anzuerkennen und zeigen zu dürfen empfinde ich als sehr wichtig. In der israelischen Studie ging es aber um mehr, als nur „mal“ unglücklich zu sein..

Wie kam es dazu, dass ihr nach Deutschland zurück kamt?

Bis ein Jahr vor dem Umzug war ich überzeugt, dass ich dort nie weg gehe, weil ich das wunderschöne Land und auch viele wunderbare Menschen dort lieben gelernt habe. Aber die politische Realität ist mit Familie sehr bedrückend. Für die Kinder ist Krieg dort Realität, nach der Schule wartet der Wehrdienst. Auch der gesellschaftliche Tenor, ein allgegenwärtiger Rassismus (der oft einfach auf Angst beruht – man siehe die Reaktion auf die Flüchtlingssituation gerade in Deutschland) und eine Erziehung und Tradition, die um das Selbstbild als Opfer kreisen, ist nicht gerade etwas, das wir uns als Realität für unsere Kinder gewünscht haben. Israel ist eine Nation, die seit Generationen mit Traumata lebt – fast jede Familie ist davon betroffen. Der Holocaust, Kriegserfahrungen, der Verlust von geliebten Mitmenschen – das gehört zum israelischen Alltag dazu, wird aber viel zu oft unter den Teppich gekehrt. Angst und seelische Verletzungen können dann von der Politik viel zu schnell ausgenutzt werden, um Wähler zu gewinnen und von ihren korrupten Machenschaften abzulenken. Auch religiöser Fanatismus hatte dort immer mehr Einfluss – insgesamt eine Situation, die nicht mehr auszuhalten war. Treibende Kraft war mein Mann, der für unsere Kinder in Israel keine Zukunft gesehen hat.

Wildling Shoes - Anna und Familie

Wildling Shoes – Anna und Familie

Wie kam es dann zu den Wildling Shoes und wie war Eure erste Zeit in Deutschland?

Mein Mann ist Sporttherapeut und überzeugter Barfuß-Läufer – er hat dafür gesorgt, dass unsere Kinder (trotz meiner unberechtigten Sorgen) von Anfang an barfuß gelaufen sind. Er ist leidenschaftlicher Sportler, hatte aber Schwierigkeiten, mehr als 5km schmerzfrei zu joggen. Nachdem er sein Lauftraining auf barfuß umgestellt hatte, war er gern mal mehrere Stunden laufend unterwegs – ohne jedes Problem. Er hatte tolle Erfolge auch andere zum Barfußlaufen zu animieren. Auch Leute mit Knie- und Rückenproblemen, die vom Arzt bescheinigt bekommen hatten, dass sie nie wieder joggen können, konnten barfuß völlig schmerzfrei laufen. Die logische Schlussfolgerung war, das Problem bei den Schuhen zu suchen.

Für Kinder gibt es überhaupt keine Auswahl sinnvoller Schuhe – von Geburt an gesunde Füße, werden so systematisch kaputt gemacht. Für unsere Zeit in Deutschland stand fest, dass wir einen besseren Kinderschuh entwickeln. Nach fast zwei Jahren Arbeit sind wir jetzt so weit, dass wir mit Wildling Shoes auf den Markt gehen können.

Deine Kinderschuhe sind erfrischenderweise nicht hellblau für Jungs und rosa für Mädchen, sondern unisex (und vegan sind sie in der Regel auch, aber dazu könnt ihr mehr auf der Website erfahren). War das Absicht?

Das war auf jeden Fall Absicht – ich finde die Farbcodes für Kinder schrecklich. Kinder sollen tragen dürfen, was sie wollen, und punkt.

Unsere Tochter hatte in der Kindergartenzeit eine echte Prinzessinenphase und wollte am liebsten nur Pink und Glitzer tragen. In Ordnung – solange sie kein Problem hat, auf Bäume zu klettern, weil sie Angst hat, sich den Rock zu zerreißen. Auch Räubertöchter können Rüschen tragen.

Das Problem habe ich eher bei unserem Sohn gesehen. Der fand nämlich Pink auch super, aber hat sich nicht getraut es zu tragen, weil das ja “Mädchenfarben” sind. Das hat mich geärgert. Aus diesem Grund machen wir Schuhe ohne Farbcode und sagen ganz klar – die kann jeder tragen, und auf Wunsch z.B. mit farbigen Schnürsenkeln der derzeitigen Lieblingsfarbe des Kindes anpassen.
Wir haben schon ein paar Ideen, um den Farbcode noch weiter zu brechen. Dazu gibt es in der Kindermode schon spannende Ansätze, aber die sind immer noch auf Mädchen fokussiert – dabei haben Mädchen (und Frauen) die viel größere Auswahl. Jungen sind in der Farb- und Formwahl sehr eingeschränkt – wenn wir später dazu beitragen können, das zu ändern, wird mich das sehr freuen!

Viele Frauen haben Schwierigkeiten im Job, wenn sie Mütter werden oder sind. Ich würde auch gern mal den Blick darauf richten, wer und was Dich bei Deiner Erfolgsgeschichte unterstützt?

Ganz klar einmal mein Mann, der von der Idee bis zur Entwicklung dabei war, aber mir ohne Murren die Kommunikationsarbeit überlässt und sich um die Kinder kümmert. Er schmiert die Brote, bringt die Kinder zur Schule und macht Mittag, er kümmert sich ums Haus und die Wäsche. Damit hat er überhaupt kein Problem. Eine große Hilfe sind natürlich auch meine Eltern, die da sind, wenn mein Mann und ich gemeinsame Termine haben und was besprechen wollen. Außerdem ist da auch das Mompreneurs-Netzwerk, das den Blick oft auf die schönen Seiten der Selbstständigkeit lenkt.

Liebe Anna, vielen Dank für das Interview. Viel Erfolg mit den Schuhen für wilde Kinder und bis bald!

Zu kaufen gibt es die Schuhe (falls man in der Crowdfunding-Kampagne keine mehr bekommt) regulär ab Dezember im Shop von Wildling Shoes. Ihr könnt sie aber bereits vorbestellen, in den Größen 23-41.

 

Wildling Shoe

Wildling Shoe

Anna am Strand

Anna am Strand

Anna mit Kindern in Israel

Anna mit Kindern in Israel

Anna & Familie in Israel

Anna & Familie in Israel

 

 

 

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Wir, die Rabeneltern – mal wieder

 

Ich bin mit meinem Blog umgezogen. Den ganzen Beitrag findest Du ab jetzt HIER

Als wir mit Minime nach seinem zweiten Geburtstag bei der Routineuntersuchung beim Kinderarzt waren, schaute er sich die Ohren an und empfahl uns, einen HNO-Arzt aufzusuchen. Dieser schaute sich Minimes Ohren an und seufzte schwer. Da sei Flüssigkeit hinter seinem Ohr. Wir ließen einen Hörtest machen, diesen mit “Wellen” (also noch nicht mit PIEP und Händchen hoch heben). Der Arzt meinte, auf dem einen Ohr könnte Minime kaum hören.

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Warum ich meine Kinder erst aus dem Lebenslauf strich, und dann wieder rein schrieb

Jobsuche mit Kind

Das mit den Bewerbungen ist bei mir gefühlt Dauerzustand. Ende 2013, als mein letzter Vertrag auslief war ich grade schwanger. Ich hatte wenig Hoffnung und Motivation in dem Zustand eine Stelle zu finden. Zaghafte Versuche gab es dann wieder kurz nach Cashews Geburt. Aus der – relativ? – luxuriösen Situation namens Elternzeit.

Mein Lebenslauf ist lang und bunt. Nach meinem Studium der Sozialpädagogik, Soziologie und Gender Studies war ich eine Weile an der Uni, als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Das war der Plan: an der Uni “Karriere” machen. Doktorarbeit, Post-Doc-Phase, Frau Professor. Ja, ihr dürft lachen.

Ich habe mich entschieden diesen Weg nicht mehr zu gehen. Bilde mich jetzt in BWL und Management fort. Bin derweil freiberuflich unterwegs, weil ich finde: Ich weiß was, das kann ich anderen erzählen.

Kinder in den Lebenslauf oder nicht?

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(Ich bin mit dem Blog umgezogen und den ganzen Beitrag findet ihr nach dem Klick auf “weiterlesen”)

 

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Urlaub mit Kindern: Istrien – Kroatien (Teil 2)

Hier geht es zu Teil 1.

Istrien ist für seine Trauben berühmt. Der Weißwein dort ist wirklich lecker. Und Olivenbäume gibt es dort, massenweise. Also eigentlich ist Istrien mein Paradies. Brot und Wasser, pft. Weißwein und Oliven, DAS braucht man zum Leben.

Oliven und Trauben für leckeren Weißwein - dafür ist die Region bekannt

Oliven und Trauben für leckeren Weißwein – dafür ist die Region bekannt

Viele viele schöne Städtchen und Städte gibt es dort. Meine Favoritin war Pula. Nicht nur wegen des allseits bekannten Amphitheaters. Es ist auch ein Studentenstädtchen, Touristenmagnetin – rundum schön.

Amphitheater in Pula

Amphitheater in Pula

Hopp-on-and-off-bus

Minimes Haare und eine Bucht in Pula

Bei

Bei “schlechtem” Wetter am Meer

Ein bewölkter Tag. Endlich mal zum Strand ohne Hitzeschlag befürchten zu müssen. Ich habe mir vor Ort wieder Schnorchel und Brille zugelegt und habe mir unter Wasser mal Flora und Fauna angesehen. Wunderbar!

Mann und Cashew am Strand

Mann und Cashew am Strand

Stadtbild

Stadtbild

Neben Pula hat Istrien viele viele schöne Städtchen zu bieten. Porec oder Rovinji zum Beispiel am Meer und Groznijan und Buzet im Landesinneren. Alle einen Ausflug wert. Oder zwei.

Mauergraffiti

Mauergraffiti

Noch mal Amphitheater von Pula

Noch mal Amphitheater von Pula

Tiere im Amphitheater

Tiere im Amphitheater

Der Nationalpark Brijuni-Inseln ist ein wahres Paradies, zu dem es viele Anekdoten gibt. Viele Filmstars tummelten sich in der Vergangenheit hier. Und Politiker. Man fährt in der Regel von Fazana mit organisierten Ausflugsbooten dahin. Eine Tour durch den Nationalpark lohnt sich und gibt es auch mit deutscher Reiseleitung. War nicht ganz günstig, dafür fährt man dann mit einer Bimmelbahn ca. 40 minuten rum, kann sich alles anschauen und für den 4jährigen Minime war grade die Bimmelbahn DAS Highlight.

Nationalpark Brijuni-Inseln

Nationalpark Brijuni-Inseln

Tipps für die Suche nach einem Campingplatz

Wir waren mit unserem Campingplatz sehr zufrieden. Eine schöne Übersicht über die besten Plätze in Kroatien gibt es hier und hier.

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Sonntagsschmankerl

Ich vergesse oft, dass ihr nicht alle bei facebook seid, bzw mir dort folgt. Was schade ist, denn oft verlinke ich so kleine Fundstücke auf meiner Seite. Heute habe ich aber mal dran gedacht, extra einen Post hier anzulegen, damit auch die Datenverschwörungstheoretiker_innen* unter Euch was von der Welt mitkriegen.

Gestern stieß ich bei Twitter dank @fiann auf eine kleine YouTube-Video Reihe namens “Convos with my 2-Year-Old” und ich finde, alle mit Kindern von zwei bis vier fühlen sich nach dem Anschauen ein bisschen weniger allein ;-) Es ist zwar auf Englisch, aber ich denke, worum es geht, versteht man auch so. Schönen Abend Euch noch!

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Ich halte Euch gar nicht für Verschwörungstheoretiker_innen. Facebook ist schlimm. Aber trotzdem.

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#12von12 im September

Die Idee von Caro auf Draußen nur Kännchen – und dort findet ihr auch weitere #12von12-Sammlungen

Wenn ihr mir an einem ganz normalen, durchschnittlich langweiligen Strohwitwen-Samstag ohne Abenteuer folgen mögt:

Moin #12von12 #1von12 #slumber #familienleben #mamablog

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Zum Frühstück: die veganen Pancakes mit Kakaopulver getuned #12von12 #2von12 #whatveganseat #veganfoodporn

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Aus mir unerfindlichen Gründen das aktuelle Lieblingsspielzeug der Kinder… #12von12 #3von12 #pömpel #kinder

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#12von12 #7von12 Wäscheberge. Weg damit! #hausfrau #sysiphos #dasbisschenhaushalt

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#12von12 #8von12 Bevor die Bude im Chaos versinkt (haha) raus. Und auf den größten Wauwau der Stadt treffen #boah

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Buch-Verlosung: Jochen König – Mama, Papa, Kind? Von Singles, Co-Eltern und anderen Familien

Jochen König: Mama, Papa, Kind?

Jochen König: Mama, Papa, Kind?

Weil ich vor den Sommerferien meine_n tausendsten Fan bei Facebook begrüßen durfte und weil ich Jochen Königs Buch “Mama, Papa, Kind” so mag dachte ich, ich mach mal meine erste Verlosung auf diesem Blog! Ihr könnt also etwas gewinnen. Danke Jochen und danke, Herder-Verlag! (Kleine Anmerkung: Ich bin ganz schlecht im Rezensionen schreiben. Das Buch ist toll – egal was ihr hier lest!)

Mit schreibenden Vätern tue ich mich normalerweise schwer. Nein, anders: Väterblogs sind nicht meins, zumindest diejenigen, in denen Väter meinen, es sei ja so witzig wie sie dem Kind die zu kleinen Sachen angezogen haben, oder die Sommersachen im Winter, und Mutti hat sich sooo drüber aufgeregt, dabei sollen alle doch mal den Ball flach halten weil Kind ist ja gesund. Väter, die es als Heldentat empfinden wenn sie das Wochenende allein mit Kind überlebt haben. Haha.

Jochen fällt da aus dem Rahmen, deshalb habe ich sehr gespannt sein Buch gelesen. Es ist bereits sein Zweites, im ersten “Fritzi und ich” schreibt er über die Geburt seiner ersten Tochter und das Leben danach. Denn Jochen ist einer der wenigen Väter, die die Hauptverantwortung für ihr Kind übernehmen. Freiwillig. Nicht weil seine Partnerin Hauptverdienerin ist oder er Witwer geworden sei. Das erwähne ich, weil das überhaupt einer der wenigen Gründe ist, warum Väter alleinerziehend* sind, oder um es aus dem Buch zu zitieren:

“Etwa 10% der alleinerziehenden Väter leben zusammen mit mindestens einem Kind im Alter bis sechs Jahren. Das jüngste Kind von etwa 90% dieser Väter ist statistisch gesehen demnach mindestens sechs Jahre alt. Dass die Zahl der Männer, die mit Kindern unter drei Jahren alleine leben, kaum messbar ist, wurde bereits erwähnt. Alleinerziehende Väter betreuen überdurchschnittlich häufig nur ein Kind. Und sind überdurchschnittlich häufig verwitet” (S. 77)

In “Mama, Papa, Kind?” geht es aber – wie der Titel sagt – längst nicht nur um die Situation von Vätern und wie das Fragezeichen vermuten lässt auch nicht nur um klassische Familienkonstellationen. Dass die “moderne” Kleinfamilie sowohl statistisch als auch praktisch nahezu ausgedient hat vermittelt der Autor in seinem Buch an vielen Beispielen. Auch, dass grade dieses Bild von Vater-Mutter-Kind, an dem vor allem die Politik festhält eines der Hauptprobleme für viele Familien(formen) ist wird deutlich. Dabei mag Jochens Familie für einige eine Ausnahme sein, aber wenn Jochen von sich erzählt, bekommt er oft Geschichten von ebenso außergewöhnlichen Familienverhältnissen zu hören, nach dem Motto:

Ich erzähle dir das jetzt, weil du mir so offen von deiner Familie erzählt hast. Ansonsten hänge ich das nicht so an die große Glocke

Ausgehend von seinem Wunsch, nach Fritzi noch ein weiteres Kind zu bekommen auch wenn er mit Fritzis Mutter längst nicht mehr zusammen ist und zu dem Zeitpunkt auch keine Partnerin diesem Wunsch nachkommen könnte (und Jochen es selbst für fragwürdig hält, Kinder an Beziehungen zu knüpfen, dazu aber im Buch selber mehr) und er sich fragt, was Familie überhaupt heißt, interviewt und besucht er vielfältige Familienformen. Kleiner Spoiler: Auch ich werde mit ein paar mehr oder minder intelligenten Sätzen erwähnt.

Ich find es deshalb toll, weil es ein persönliches Buch ist, das gleichzeitig – durchaus auch mit Zahlen, Studien und Statistiken begründet – die gesellschaftliche Konstruktion von Familie und Geschlechterrollen und die Vielfalt von Familie aufzeigt. Es ist darum für alle, die nicht in die Vater-Mutter-Kind-Norm passen, für alle, die die traditionelle Arbeitsteilung in Mama-Papa-Kind Konstellationen ablehnen oder zumindest anzweifeln. Ich kann es allen empfehlen, die sich über die aktuelle Familienpolitik aufregen, weil sie nicht weit genug geht und Wahlfreiheit proklamiert wo oft gar keine besteht. Neben mir kommen auch noch ein paar andere Euch vielleicht bekannte Blogger_innen zu Wort wie z.B. Suse und Micha von femilyaffair oder Meike, die damals noch den Blog mutterseelenalleinerziehend betrieb.

Und auch wenn die Gefahr besteht, das Buch ein wenig einseitig darzustellen möchte ich Euch kurz meine Lieblingsabschnitte zitieren:

“Und weil es noch immer so ungewöhnlich ist, dass ich mich als Vater so viel um mein Kind kümmere, klopfen mir ständig alle auf die Schulter (…) Dabei mache ich nichts anderes als hunderttausende Mütter auch. Denen klopft für die große Leistung, die sie tagtäglich vollbringen, leider kaum jemand auf die Schulter (…) Und gleichzeitig werden sie ständig von der Öffentlichkeit kritisch beäugt und bewertet. Während meine Rolle also fast ausschließlich positiv bewertet wird, hat Fritzis Mutter gleichzeitig mit abwertenden und verständnislosen Kommentaren zu kämpfen und wird gefragt, warum sie überhaupt ein Kind bekommen habe, wenn sie sich dann doch nicht darum kümmere. Dabei kümmert sie sich mehr um Fritzi als die Mehrzahl der Väter um ihre Kinder. Jeder Vater, der sich ähnlich engagiert um sein Kind kümmern würde, würde begeistert gefeiert werden. Wenn das mal keine Argumente sind, sich genauer mit dem Verhältnis von Geschlecht und Geschlechterrolle bzw. zwischen Geschlecht und Gender zu befassen”

“Gerade habe ich eine Studie gelesen, die herausgefunden haben möchte, dass Väter risikofreudiger, lockerer und cooler mit ihren Kindern umgehen. Ich frage mich, ob das nicht vor allem mit der Rolle vieler Väter innerhalb der Familien mit zwei Elternteilen zusammenhängt. Ein Vater, der das eigene Kind nicht ins Bett bringt, kann es sich leisten, noch kurz vor dem Schlafengehen spontan und lässig mit dem Kind zu toben. Den Stress, das Kind zu beruhigen und zum Einschlafen zu bringen, hat dann ja die Mutter”

Aber soviel nur zu meiner Perspektive.

Und wie kann ich jetzt an der Verlosung teilnehmen?

Wenn ich Euch – hoffentlich – neugierig auf das Buch gemacht habe und ihr es selber lesen wollt: Ich habe drei Exemplare, die ich verlosen darf. Dazu müsst ihr hier oder auf meiner facebook-Seite in den Kommentaren eine der folgenden Fragen beantworten (dürft ihr Euch aussuchen welche, es geht ja nur darum, dass ich um Euer Interesse weiß):

  • Was ist für Euch Familie? ODER
  • Wie lange lest ihr schon diesen Blog und wie habt ihr von ihm erfahren? ODER
  • Wo wirft Cashew grade alle Spielsachen rein?

Die Verlosung läuft noch bis kommenden Sonntag, der 23.08.15 um 23.59 Uhr. Die Namen schreibe ich auf Zettelchen, werfe sie in eine Kiste und lasse Minime und Cashew daraus drei Zettel ziehen. Die Gewinner_innen gebe ich dann am Montag bekannt! Viel Glück

—–

* Jochen bezeichnet sich selber nicht als alleinerziehend, wird aber gerne so vorgestellt. Ich habe ihn deswegen noch mal gefragt, ob er sich selber so sieht. Er antwortete sinngemäß, dass er zwar im Alltag viel alleine-mit-Kind sei, aber nicht mit der Verantwortung und dass das bei ihm als Vater auch mit viel weniger Stigmatisierung verbunden ist. Gegen die (Fremd-)bezeichnung als alleinerziehend wehre er sich mal mehr mal weniger vehement (nicht wegen der Stigmatisierung, sondern weil das bei ihm halt so nicht zu treffe, wie es bei den meisten Müttern der Fall ist).

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Urlaub mit Kindern : Istrien – Kroatien (Teil 1)

Mit (kleinen) Kindern Urlaub machen ist wie mit ohne, nur anders. Jedenfalls für mich. Das merkten wir schon letztes Jahr auf den Kanaren. Mit einem damals Zweijährigen fielen Dinge wie Wandern, Klettern, ausführliche CityTrips erstmal aus (habt ihr andere Erfahrung? Her mit Euren Tipps!).

Braucht man allerdings Hilfe bei der eigenen Seelenentschleunigung hilft einem ein Kleinkind dagegen total: Der Weg zum Strand kann dann auch mal 50 statt 5 Minuten dauern. Schließlich gibt es auch am Wegesrand genug zu sehen, nicht nur da, wo Mutti oder Vatti es vermuten (auf der Badematte oder im Wasser).

Trotzdem nicht zu Hause bleiben!

Beim Gedanken an die Reise dachte ich zwischendurch: Warum überhaupt wegfahren? Cashew mag Autofahren nicht, vielleicht ist es dort zu heiß oder zu kalt (dann hätten wir gleich zu Hause bleiben können), was wenn die Kinder nicht mitziehen? Und es gäbe ja auch genug in Köln, der Eifel, ja überhaupt in NRW zu sehen. Auch der Rest von Deutschland hat noch schöne Ecken.

Ja…Aber!

Ich denke oft, man sollte doch dieses Urlaubsgefühl auch zu Hause aufkommen lassen. Oder bewahren. Die eigene Stadt mit Touristinnenaugen sehen. Die nahe Umgebung erkunden und ein Abenteuergefühl beschwören. Nur leider, so richtig funktionieren mag das bei mir nicht. Nicht immer. Oft ist die Fahrt selber, die Reise in “den Urlaub” für mich schon ein Highlight. Außerdem: In der Ferne kann man manchmal die Sicht auf das eigene Familotop reflektieren. Wenn alle anderen Familien ihre Kinder noch bis 23 Uhr draußen spielen lassen – müssen wir dann wirklich drauf bestehen, dass unsere um neun im Bett liegen?

Und glücklicherweise: die Kinder machten diesmal mit. Trotz langweiligen Ausblicks auf triste Autobahnleitplanken, wespenverseuchter und lieblos gestalteter Rastplätze.

Lange Autofahrt mit Zwischenstopp

Von Köln nach Kroatien (also in den Norden Kroatiens) sind es etwas über 1000 Kilometer. Ohne Kinder hätten der Mann und ich uns abends ins Auto gesetzt und wären am nächsten Mittag übermüdet aber glücklich angekommen. Mit zwei kleinen Kindern erschien mir diese Idee…nicht umsetzbar. Die Kindersitze lassen sich nicht mehr in Liegeposition bringen und wenn die Kinder in ihnen schlafen, sieht es so aus, als ob jede_r Orthopäde sich über zukünftige Patient_innen freut.

Statt dessen machten wir etwas, was ich schon seeehr lange nicht mehr gemacht habe: Zwischenstopp in einer Jugendherberge. Auf dem Hinweg in Mühldorf a.d. Inn und auf dem Rückweg in Eichstätt. Beide Male hatten wir Zimmer für uns. In der ersten Jugendherberge war großes Halligalli, zwei Dutzend Teenies machten dort scheinbar Klassenfahrt. Allerdings war ab 23 Uhr wirklich Funkstille. In Eichstätt hatten wir auch ein eigenes Badezimmer, es waren einige andere Familien vor Ort und ich fand es sehr schade, dass wir nicht länger blieben, denn sowohl die Jugendherberge als auch die Region dort machten Lust auf Entdeckungstouren. Das Altmühltal ist ganz in der Nähe und in der Jugendherberge konnte man sich Gerät ausleihen, um dort auf Fossiliensuche zu gehen!

Obligatorisches Kieselstrandfoto mit Minime

Obligatorisches Kieselstrandfoto mit Minime

Camping 4 Sterne deLux!

Wir haben für die zwei Wochen ein Mobilwohnheim auf einem Campingplatz gebucht. Einem 4 Sterne-Campingplatz. VIER STERNE! Mir war gar nicht klar, dass auch Campingplätze in Kategorien unterteilt sind. Bis dato war ich einige Male campen, und das hieß für mich: Wenn die Duschhäuschen und Toiletten sauber sind, ist alles paletti!

Gewitterwolken

Gewitterwolken überm Campingplatz

Vier Sterne also. Das hieß in diesem Fall: ein riesiger Campingplatz, dessen Infrastruktur schon eher an eine Hotelanlage erinnerte. Strandlage. Großer Pool. Zwei Supermärkte, diverse Restaurants und (Strand-)Bars. Kinderbetreuung im Miniclub für alle von 8 Monaten bis 17 Jahre. Sportangebote, Ausflugsboote, Bimmelbahn. Abendprogramm (Konzerte, Musicalshows – die Qualität reichte von NaJa bis echt unterhaltsam). Theoretisch musste man den Campingplatz den ganzen Urlaub über nicht verlassen.

Tja. Wir buchten ein Mobilwohnheim (siehe Foto), zwei Schlafzimmer, Wohn-/Kochbereich und Terasse. Denn so richtig mit nur Zelt war mir persönlich zu stressig. Bis auf Handtücher und Bettbezüge mussten wir nichts mitbringen und wir konnten ein paar Kindersachen dazu buchen, wie z.B. Kinderstuhl, Rausfallschutz fürs Bett und Töpfchen :-)

Leider sparten wir an einer Klimaanlage, was bei konstant 36°C die erste Woche über den Aufenthalt im Mobilwohnheim tagsüber auch nicht sehr attraktiv machte. Also uns Eltern wäre das ja noch egal gewesen. Ohne Kinder hätten wir unsere Hängematte geschnappt und selbige am Strand aufgehangen und uns bis zum frühen Abend mit einem Buch reingelegt. Die Idee fanden unsere Kinder aber nicht ganz so mitreißend, also haben wir tagsüber Minime gelegentlich zum Miniclub gebracht (klimatisierte Räume!) während Cashew im Kinderwagen unter einem schattigen Bäumchen seinen Vormittagsschlaf absolvierte. Am Pool gab es leider keinen Schatten, die schattigen Plätze am Strand waren schon am Morgen “reserviert” (es waren viele Deutsche auf dem Campingplatz ^^) und so mussten wir halt kreativ werden.

Schön, dass es einige Tropfsteinhöhlen in der Umgebung gibt, die man besichtigen kann, dort herrschen ja konstant eher 10°C, das reichte für eine Abkühlung.

Campingplatz-Strand

Campingplatz-Strand

Nachmittags machten wir auch weitere Ausflüge (dazu in den nächsten Teilen mehr) und nach ca. drei Tagen gaben wir auch den Versuch auf, uns an unserem üblichen Tagesrhythmus festzuhalten und die Kinder um acht ins Bett zu schicken. War bei immer noch 33°C nämlich unmöglich und das Leben auf dem Campingplatz begann da auch erst. Also zogen wir abends mit den Kindern zur Minidisco oder runter zum Strand, schauten den Leuten auf der Promenade zu, tranken Limo, hörten Livemusik oder ließen Minime auf einem Boot fahren (ähnlich wie Autoscooter) oder im Adrenalinpark (der hieß wirklich so) auf dem Bungee-Trampolin hüpfen. Gegen 22:00 Uhr machten wir uns dann auf den Rückweg, Cashew schlief dann bereits im Kinderwagen und musste nur ins Bett getragen werden, Minime saß noch bei uns auf der Veranda oder wurde ebenfalls in den Schlaf überredet. Das hatte auch den Vorteil, dass er am nächsten Tag erst gg. halb 9 wach wurde und so eine_r von uns immer ausschlafen konnte, während di_er Andere mit Cashew zum Bäcker ging und Bröchten holte, Kaffee aufsetzte und den Frühstückstisch deckte.

Campingplatz-Strand

Campingplatz-Strand

Campingplatz-Strand

Campingplatz-Strand

(Dies war nur der erste Teil, der zweite folgt…äh…bald!)

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Urlaub – was ist das und hab ich das verdient?

Es gibt Ärzt_innen, die wider besseren Wissens rauchen. Und es gibt Personen (<- ce moi), die trotz einschlägigen Studiums in klassische Denkmuster verfallen. Da habe ich Geschlechterforschung und Soziologie (mit einem SChwerpunkt Arbeitssoziologie) studiert und fühlte mich in der Elternzeit trotzdem “unproduktiv”. Dabei war ich im letzten Jahr rund um die Uhr im Einsatz. Das Kindergartenkind, das Baby, Jobsuche, Vorträge und Workshops die ich hielt, Fortbildung, Kitastreik, der Mann beruflich viel unterwegs. Und trotzdem habe ich, als das Baby bei der Tagesmutter eingewöhnt war, nicht als Erstes gedacht: Hinlegen, ausschlafen, Buch lesen. Denn alles, was ich im letzten Jahr gemacht habe war ja …keine Arbeit?!?

Wie kann mir das passieren, dass ich SELBST das nicht als Arbeit anerkenne? Als Leistung? Weil es nicht vergütet wird? Weil ich keine_n Arbeitgeber_in habe? Mir fällt es schwer, mir selber auf die Schulter zu klopfen und zu sagen: Boah, im letzten Jahr hast Du ordentlich ran geklotzt! Tut ja auch kein_e Andere_r. Ist halt so, macht man halt.

Aufstehen, Kinder anziehen, Butterbrotdosen herrichten, Frühstück reichen, Kinder hetzen, in den Kindergarten/zur Tagesmutter bringen, einkaufen, Arzttermine koordinieren, Bewerbungen schreiben, für die Fortbildung lernen, Vortrag vorbereiten, Picknicksachen einstecken, Kinder holen, zum Arzt/in den Park, Nasen wischen, Windeln wechseln, Essen reichen, trösten, motivieren, schimpfen, vom Klettergerüst holen, gegen Protest nach Hause bringen, Abendessen bereiten, baden, Zähne putzen, anziehen, vorlesen, Händchen halten, zudecken, Waschmaschine an, Spülmaschine an, Küche saugen, Müll runter bringen, Katzenklo, Babysachen bei ebay einstellen, Mails beantworten, Wäsche aufhängen – “Feierabend”. – So im groben Überblick und natürlich mit täglich wechselnden Aufgaben. Auch wenn der Mann zu Hause ist, fällt genug für ihn ab. Ihr wisst vermutlich alle, wie das so ist.

An Wochenenden, die ich regelmäßig mit den Kindern alleine bin, hatte ich Samstag mittags oft schon das Gefühl, mehr geleistet zu haben als früher an einem Wochentag im Büro.

Und dann sind beide Kinder vormittags in Betreuung. Kein Vortrag wartet, sondern eine Urlaubsreise. Immer noch eine lange ToDo-Liste von Sachen, die bis dahin erledigt werden muss. Hey ich meine: Urlaub vor der Tür. Ich kann mich endlich mal ENT-SPannen. Also wenn die ToDo-Liste abgearbeitet ist. Oder??? Jedenfalls klopf ich mir jetzt mal auf die Schulter. Und Euch allen da draußen auch! Ihr macht nen tollen Job, und Urlaub habt ihr Euch verdient. (und ich mir auch, oder?)

Schöne Ferien!

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