Buch-Verlosung: Jochen König – Mama, Papa, Kind? Von Singles, Co-Eltern und anderen Familien

Jochen König: Mama, Papa, Kind?

Jochen König: Mama, Papa, Kind?

Weil ich vor den Sommerferien meine_n tausendsten Fan bei Facebook begrüßen durfte und weil ich Jochen Königs Buch “Mama, Papa, Kind” so mag dachte ich, ich mach mal meine erste Verlosung auf diesem Blog! Ihr könnt also etwas gewinnen. Danke Jochen und danke, Herder-Verlag! (Kleine Anmerkung: Ich bin ganz schlecht im Rezensionen schreiben. Das Buch ist toll – egal was ihr hier lest!)

Mit schreibenden Vätern tue ich mich normalerweise schwer. Nein, anders: Väterblogs sind nicht meins, zumindest diejenigen, in denen Väter meinen, es sei ja so witzig wie sie dem Kind die zu kleinen Sachen angezogen haben, oder die Sommersachen im Winter, und Mutti hat sich sooo drüber aufgeregt, dabei sollen alle doch mal den Ball flach halten weil Kind ist ja gesund. Väter, die es als Heldentat empfinden wenn sie das Wochenende allein mit Kind überlebt haben. Haha.

Jochen fällt da aus dem Rahmen, deshalb habe ich sehr gespannt sein Buch gelesen. Es ist bereits sein Zweites, im ersten “Fritzi und ich” schreibt er über die Geburt seiner ersten Tochter und das Leben danach. Denn Jochen ist einer der wenigen Väter, die die Hauptverantwortung für ihr Kind übernehmen. Freiwillig. Nicht weil seine Partnerin Hauptverdienerin ist oder er Witwer geworden sei. Das erwähne ich, weil das überhaupt einer der wenigen Gründe ist, warum Väter alleinerziehend* sind, oder um es aus dem Buch zu zitieren:

“Etwa 10% der alleinerziehenden Väter leben zusammen mit mindestens einem Kind im Alter bis sechs Jahren. Das jüngste Kind von etwa 90% dieser Väter ist statistisch gesehen demnach mindestens sechs Jahre alt. Dass die Zahl der Männer, die mit Kindern unter drei Jahren alleine leben, kaum messbar ist, wurde bereits erwähnt. Alleinerziehende Väter betreuen überdurchschnittlich häufig nur ein Kind. Und sind überdurchschnittlich häufig verwitet” (S. 77)

In “Mama, Papa, Kind?” geht es aber – wie der Titel sagt – längst nicht nur um die Situation von Vätern und wie das Fragezeichen vermuten lässt auch nicht nur um klassische Familienkonstellationen. Dass die “moderne” Kleinfamilie sowohl statistisch als auch praktisch nahezu ausgedient hat vermittelt der Autor in seinem Buch an vielen Beispielen. Auch, dass grade dieses Bild von Vater-Mutter-Kind, an dem vor allem die Politik festhält eines der Hauptprobleme für viele Familien(formen) ist wird deutlich. Dabei mag Jochens Familie für einige eine Ausnahme sein, aber wenn Jochen von sich erzählt, bekommt er oft Geschichten von ebenso außergewöhnlichen Familienverhältnissen zu hören, nach dem Motto:

Ich erzähle dir das jetzt, weil du mir so offen von deiner Familie erzählt hast. Ansonsten hänge ich das nicht so an die große Glocke

Ausgehend von seinem Wunsch, nach Fritzi noch ein weiteres Kind zu bekommen auch wenn er mit Fritzis Mutter längst nicht mehr zusammen ist und zu dem Zeitpunkt auch keine Partnerin diesem Wunsch nachkommen könnte (und Jochen es selbst für fragwürdig hält, Kinder an Beziehungen zu knüpfen, dazu aber im Buch selber mehr) und er sich fragt, was Familie überhaupt heißt, interviewt und besucht er vielfältige Familienformen. Kleiner Spoiler: Auch ich werde mit ein paar mehr oder minder intelligenten Sätzen erwähnt.

Ich find es deshalb toll, weil es ein persönliches Buch ist, das gleichzeitig – durchaus auch mit Zahlen, Studien und Statistiken begründet – die gesellschaftliche Konstruktion von Familie und Geschlechterrollen und die Vielfalt von Familie aufzeigt. Es ist darum für alle, die nicht in die Vater-Mutter-Kind-Norm passen, für alle, die die traditionelle Arbeitsteilung in Mama-Papa-Kind Konstellationen ablehnen oder zumindest anzweifeln. Ich kann es allen empfehlen, die sich über die aktuelle Familienpolitik aufregen, weil sie nicht weit genug geht und Wahlfreiheit proklamiert wo oft gar keine besteht. Neben mir kommen auch noch ein paar andere Euch vielleicht bekannte Blogger_innen zu Wort wie z.B. Suse und Micha von femilyaffair oder Meike, die damals noch den Blog mutterseelenalleinerziehend betrieb.

Und auch wenn die Gefahr besteht, das Buch ein wenig einseitig darzustellen möchte ich Euch kurz meine Lieblingsabschnitte zitieren:

“Und weil es noch immer so ungewöhnlich ist, dass ich mich als Vater so viel um mein Kind kümmere, klopfen mir ständig alle auf die Schulter (…) Dabei mache ich nichts anderes als hunderttausende Mütter auch. Denen klopft für die große Leistung, die sie tagtäglich vollbringen, leider kaum jemand auf die Schulter (…) Und gleichzeitig werden sie ständig von der Öffentlichkeit kritisch beäugt und bewertet. Während meine Rolle also fast ausschließlich positiv bewertet wird, hat Fritzis Mutter gleichzeitig mit abwertenden und verständnislosen Kommentaren zu kämpfen und wird gefragt, warum sie überhaupt ein Kind bekommen habe, wenn sie sich dann doch nicht darum kümmere. Dabei kümmert sie sich mehr um Fritzi als die Mehrzahl der Väter um ihre Kinder. Jeder Vater, der sich ähnlich engagiert um sein Kind kümmern würde, würde begeistert gefeiert werden. Wenn das mal keine Argumente sind, sich genauer mit dem Verhältnis von Geschlecht und Geschlechterrolle bzw. zwischen Geschlecht und Gender zu befassen”

“Gerade habe ich eine Studie gelesen, die herausgefunden haben möchte, dass Väter risikofreudiger, lockerer und cooler mit ihren Kindern umgehen. Ich frage mich, ob das nicht vor allem mit der Rolle vieler Väter innerhalb der Familien mit zwei Elternteilen zusammenhängt. Ein Vater, der das eigene Kind nicht ins Bett bringt, kann es sich leisten, noch kurz vor dem Schlafengehen spontan und lässig mit dem Kind zu toben. Den Stress, das Kind zu beruhigen und zum Einschlafen zu bringen, hat dann ja die Mutter”

Aber soviel nur zu meiner Perspektive.

Und wie kann ich jetzt an der Verlosung teilnehmen?

Wenn ich Euch – hoffentlich – neugierig auf das Buch gemacht habe und ihr es selber lesen wollt: Ich habe drei Exemplare, die ich verlosen darf. Dazu müsst ihr hier oder auf meiner facebook-Seite in den Kommentaren eine der folgenden Fragen beantworten (dürft ihr Euch aussuchen welche, es geht ja nur darum, dass ich um Euer Interesse weiß):

  • Was ist für Euch Familie? ODER
  • Wie lange lest ihr schon diesen Blog und wie habt ihr von ihm erfahren? ODER
  • Wo wirft Cashew grade alle Spielsachen rein?

Die Verlosung läuft noch bis kommenden Sonntag, der 23.08.15 um 23.59 Uhr. Die Namen schreibe ich auf Zettelchen, werfe sie in eine Kiste und lasse Minime und Cashew daraus drei Zettel ziehen. Die Gewinner_innen gebe ich dann am Montag bekannt! Viel Glück

—–

* Jochen bezeichnet sich selber nicht als alleinerziehend, wird aber gerne so vorgestellt. Ich habe ihn deswegen noch mal gefragt, ob er sich selber so sieht. Er antwortete sinngemäß, dass er zwar im Alltag viel alleine-mit-Kind sei, aber nicht mit der Verantwortung und dass das bei ihm als Vater auch mit viel weniger Stigmatisierung verbunden ist. Gegen die (Fremd-)bezeichnung als alleinerziehend wehre er sich mal mehr mal weniger vehement (nicht wegen der Stigmatisierung, sondern weil das bei ihm halt so nicht zu treffe, wie es bei den meisten Müttern der Fall ist).

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Urlaub mit Kindern : Istrien – Kroatien (Teil 1)

Mit (kleinen) Kindern Urlaub machen ist wie mit ohne, nur anders. Jedenfalls für mich. Das merkten wir schon letztes Jahr auf den Kanaren. Mit einem damals Zweijährigen fielen Dinge wie Wandern, Klettern, ausführliche CityTrips erstmal aus (habt ihr andere Erfahrung? Her mit Euren Tipps!).

Braucht man allerdings Hilfe bei der eigenen Seelenentschleunigung hilft einem ein Kleinkind dagegen total: Der Weg zum Strand kann dann auch mal 50 statt 5 Minuten dauern. Schließlich gibt es auch am Wegesrand genug zu sehen, nicht nur da, wo Mutti oder Vatti es vermuten (auf der Badematte oder im Wasser).

Trotzdem nicht zu Hause bleiben!

Beim Gedanken an die Reise dachte ich zwischendurch: Warum überhaupt wegfahren? Cashew mag Autofahren nicht, vielleicht ist es dort zu heiß oder zu kalt (dann hätten wir gleich zu Hause bleiben können), was wenn die Kinder nicht mitziehen? Und es gäbe ja auch genug in Köln, der Eifel, ja überhaupt in NRW zu sehen. Auch der Rest von Deutschland hat noch schöne Ecken.

Ja…Aber!

Ich denke oft, man sollte doch dieses Urlaubsgefühl auch zu Hause aufkommen lassen. Oder bewahren. Die eigene Stadt mit Touristinnenaugen sehen. Die nahe Umgebung erkunden und ein Abenteuergefühl beschwören. Nur leider, so richtig funktionieren mag das bei mir nicht. Nicht immer. Oft ist die Fahrt selber, die Reise in “den Urlaub” für mich schon ein Highlight. Außerdem: In der Ferne kann man manchmal die Sicht auf das eigene Familotop reflektieren. Wenn alle anderen Familien ihre Kinder noch bis 23 Uhr draußen spielen lassen – müssen wir dann wirklich drauf bestehen, dass unsere um neun im Bett liegen?

Und glücklicherweise: die Kinder machten diesmal mit. Trotz langweiligen Ausblicks auf triste Autobahnleitplanken, wespenverseuchter und lieblos gestalteter Rastplätze.

Lange Autofahrt mit Zwischenstopp

Von Köln nach Kroatien (also in den Norden Kroatiens) sind es etwas über 1000 Kilometer. Ohne Kinder hätten der Mann und ich uns abends ins Auto gesetzt und wären am nächsten Mittag übermüdet aber glücklich angekommen. Mit zwei kleinen Kindern erschien mir diese Idee…nicht umsetzbar. Die Kindersitze lassen sich nicht mehr in Liegeposition bringen und wenn die Kinder in ihnen schlafen, sieht es so aus, als ob jede_r Orthopäde sich über zukünftige Patient_innen freut.

Statt dessen machten wir etwas, was ich schon seeehr lange nicht mehr gemacht habe: Zwischenstopp in einer Jugendherberge. Auf dem Hinweg in Mühldorf a.d. Inn und auf dem Rückweg in Eichstätt. Beide Male hatten wir Zimmer für uns. In der ersten Jugendherberge war großes Halligalli, zwei Dutzend Teenies machten dort scheinbar Klassenfahrt. Allerdings war ab 23 Uhr wirklich Funkstille. In Eichstätt hatten wir auch ein eigenes Badezimmer, es waren einige andere Familien vor Ort und ich fand es sehr schade, dass wir nicht länger blieben, denn sowohl die Jugendherberge als auch die Region dort machten Lust auf Entdeckungstouren. Das Altmühltal ist ganz in der Nähe und in der Jugendherberge konnte man sich Gerät ausleihen, um dort auf Fossiliensuche zu gehen!

Obligatorisches Kieselstrandfoto mit Minime

Obligatorisches Kieselstrandfoto mit Minime

Camping 4 Sterne deLux!

Wir haben für die zwei Wochen ein Mobilwohnheim auf einem Campingplatz gebucht. Einem 4 Sterne-Campingplatz. VIER STERNE! Mir war gar nicht klar, dass auch Campingplätze in Kategorien unterteilt sind. Bis dato war ich einige Male campen, und das hieß für mich: Wenn die Duschhäuschen und Toiletten sauber sind, ist alles paletti!

Gewitterwolken

Gewitterwolken überm Campingplatz

Vier Sterne also. Das hieß in diesem Fall: ein riesiger Campingplatz, dessen Infrastruktur schon eher an eine Hotelanlage erinnerte. Strandlage. Großer Pool. Zwei Supermärkte, diverse Restaurants und (Strand-)Bars. Kinderbetreuung im Miniclub für alle von 8 Monaten bis 17 Jahre. Sportangebote, Ausflugsboote, Bimmelbahn. Abendprogramm (Konzerte, Musicalshows – die Qualität reichte von NaJa bis echt unterhaltsam). Theoretisch musste man den Campingplatz den ganzen Urlaub über nicht verlassen.

Tja. Wir buchten ein Mobilwohnheim (siehe Foto), zwei Schlafzimmer, Wohn-/Kochbereich und Terasse. Denn so richtig mit nur Zelt war mir persönlich zu stressig. Bis auf Handtücher und Bettbezüge mussten wir nichts mitbringen und wir konnten ein paar Kindersachen dazu buchen, wie z.B. Kinderstuhl, Rausfallschutz fürs Bett und Töpfchen :-)

Leider sparten wir an einer Klimaanlage, was bei konstant 36°C die erste Woche über den Aufenthalt im Mobilwohnheim tagsüber auch nicht sehr attraktiv machte. Also uns Eltern wäre das ja noch egal gewesen. Ohne Kinder hätten wir unsere Hängematte geschnappt und selbige am Strand aufgehangen und uns bis zum frühen Abend mit einem Buch reingelegt. Die Idee fanden unsere Kinder aber nicht ganz so mitreißend, also haben wir tagsüber Minime gelegentlich zum Miniclub gebracht (klimatisierte Räume!) während Cashew im Kinderwagen unter einem schattigen Bäumchen seinen Vormittagsschlaf absolvierte. Am Pool gab es leider keinen Schatten, die schattigen Plätze am Strand waren schon am Morgen “reserviert” (es waren viele Deutsche auf dem Campingplatz ^^) und so mussten wir halt kreativ werden.

Schön, dass es einige Tropfsteinhöhlen in der Umgebung gibt, die man besichtigen kann, dort herrschen ja konstant eher 10°C, das reichte für eine Abkühlung.

Campingplatz-Strand

Campingplatz-Strand

Nachmittags machten wir auch weitere Ausflüge (dazu in den nächsten Teilen mehr) und nach ca. drei Tagen gaben wir auch den Versuch auf, uns an unserem üblichen Tagesrhythmus festzuhalten und die Kinder um acht ins Bett zu schicken. War bei immer noch 33°C nämlich unmöglich und das Leben auf dem Campingplatz begann da auch erst. Also zogen wir abends mit den Kindern zur Minidisco oder runter zum Strand, schauten den Leuten auf der Promenade zu, tranken Limo, hörten Livemusik oder ließen Minime auf einem Boot fahren (ähnlich wie Autoscooter) oder im Adrenalinpark (der hieß wirklich so) auf dem Bungee-Trampolin hüpfen. Gegen 22:00 Uhr machten wir uns dann auf den Rückweg, Cashew schlief dann bereits im Kinderwagen und musste nur ins Bett getragen werden, Minime saß noch bei uns auf der Veranda oder wurde ebenfalls in den Schlaf überredet. Das hatte auch den Vorteil, dass er am nächsten Tag erst gg. halb 9 wach wurde und so eine_r von uns immer ausschlafen konnte, während di_er Andere mit Cashew zum Bäcker ging und Bröchten holte, Kaffee aufsetzte und den Frühstückstisch deckte.

Campingplatz-Strand

Campingplatz-Strand

Campingplatz-Strand

Campingplatz-Strand

(Dies war nur der erste Teil, der zweite folgt…äh…bald!)

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Urlaub – was ist das und hab ich das verdient?

Es gibt Ärzt_innen, die wider besseren Wissens rauchen. Und es gibt Personen (<- ce moi), die trotz einschlägigen Studiums in klassische Denkmuster verfallen. Da habe ich Geschlechterforschung und Soziologie (mit einem SChwerpunkt Arbeitssoziologie) studiert und fühlte mich in der Elternzeit trotzdem “unproduktiv”. Dabei war ich im letzten Jahr rund um die Uhr im Einsatz. Das Kindergartenkind, das Baby, Jobsuche, Vorträge und Workshops die ich hielt, Fortbildung, Kitastreik, der Mann beruflich viel unterwegs. Und trotzdem habe ich, als das Baby bei der Tagesmutter eingewöhnt war, nicht als Erstes gedacht: Hinlegen, ausschlafen, Buch lesen. Denn alles, was ich im letzten Jahr gemacht habe war ja …keine Arbeit?!?

Wie kann mir das passieren, dass ich SELBST das nicht als Arbeit anerkenne? Als Leistung? Weil es nicht vergütet wird? Weil ich keine_n Arbeitgeber_in habe? Mir fällt es schwer, mir selber auf die Schulter zu klopfen und zu sagen: Boah, im letzten Jahr hast Du ordentlich ran geklotzt! Tut ja auch kein_e Andere_r. Ist halt so, macht man halt.

Aufstehen, Kinder anziehen, Butterbrotdosen herrichten, Frühstück reichen, Kinder hetzen, in den Kindergarten/zur Tagesmutter bringen, einkaufen, Arzttermine koordinieren, Bewerbungen schreiben, für die Fortbildung lernen, Vortrag vorbereiten, Picknicksachen einstecken, Kinder holen, zum Arzt/in den Park, Nasen wischen, Windeln wechseln, Essen reichen, trösten, motivieren, schimpfen, vom Klettergerüst holen, gegen Protest nach Hause bringen, Abendessen bereiten, baden, Zähne putzen, anziehen, vorlesen, Händchen halten, zudecken, Waschmaschine an, Spülmaschine an, Küche saugen, Müll runter bringen, Katzenklo, Babysachen bei ebay einstellen, Mails beantworten, Wäsche aufhängen – “Feierabend”. – So im groben Überblick und natürlich mit täglich wechselnden Aufgaben. Auch wenn der Mann zu Hause ist, fällt genug für ihn ab. Ihr wisst vermutlich alle, wie das so ist.

An Wochenenden, die ich regelmäßig mit den Kindern alleine bin, hatte ich Samstag mittags oft schon das Gefühl, mehr geleistet zu haben als früher an einem Wochentag im Büro.

Und dann sind beide Kinder vormittags in Betreuung. Kein Vortrag wartet, sondern eine Urlaubsreise. Immer noch eine lange ToDo-Liste von Sachen, die bis dahin erledigt werden muss. Hey ich meine: Urlaub vor der Tür. Ich kann mich endlich mal ENT-SPannen. Also wenn die ToDo-Liste abgearbeitet ist. Oder??? Jedenfalls klopf ich mir jetzt mal auf die Schulter. Und Euch allen da draußen auch! Ihr macht nen tollen Job, und Urlaub habt ihr Euch verdient. (und ich mir auch, oder?)

Schöne Ferien!

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Mein ganz persönliches (Zwischen)fazit zum #Kitastreik

Vorbei ist der Kitastreik nicht. Nur erst mal ausgesetzt. Vier Wochen Kitastreik liegen bereits hinter uns. Vorweg: Ich stehe voll auf der Seite der Erzieher_innen und ihrer Forderungen. Mehr Geld und Anerkennung verdienen sie allemal. Umso ironischer, das die größten Kritiker_innen unter den Eltern (nach dem Motto: die sitzen ja nur rum und “beaufsichtigen” die Kinder) scheinbar die Betreuung ihrer eigenen Kinder am anstrengendsten finden.

Nun ja. Uns traf es grade nicht so hart. Glück im Unglück bin ich ja noch auf Jobsuche. Der Kleine kam grade zur Tagesmutter. Ursprünglich, damit ich Zeit für meine Fortbildung* habe. Nun ja, stehe ich halt morgens um 5 auf, damit das mit dem Lernen was wird. Alles in allem hätte der Zeitpunkt also tragischer sein können.

Ich habe die Zeit sogar genossen: Der Kleine vormittags in Betreuung und der Große und ich haben, gefühlt zum ersten Mal seit Cashews Geburt, Zeit für uns. Zeit zu zweit. Wir brachten gemeinsam den Kleinen zur Tagesmutter und gingen danach ins Cafe. Minime bekam eine Waffel, malte mit Straßenkreide vor dem Cafe auf die Straße und ich genoß meinen Kaffee. Wir machten einen Ausflug zum Zoo. Fuhren mit der Seilbahn. Gingen Skaten bzw. fuhren Rad am Rhein. Besuchten die Kletterhalle. Waren auf dem Spielplatz.

Wenn diese gemeinsame Zeit vorbei war und wir den Kleinen wieder abholten, merkte ich, wie gut diese Zweisamkeit dem Kindergartenkind tat. Und wie schwer es ihm anschließend wieder fiel, die Aufmerksamkeit mit seinem kleinen Bruder teilen zu müssen.

Und ich? Ich war abends trotzdem fix und alle. Ging mit den Kindern gemeinsam ins Bett. Schlief, mit dem BWL-Skript in der Hand ein. Der Mann musste, von wenigen Tagen abgesehen, früh raus und war sehr spät wieder da. Und gegen Ende noch mal 10 Tage beruflich ganz weg. Dazwischen war er eine Woche zu Hause. Was gut war, denn auch die Tagesmutter war eine Woche krank und ich musste unbedingt die Prüfungen für meine Fortbildung einschicken. Dafür hatte ich dann vier Tage, statt wie geplant, vier Wochen. Wenn ich die also bestehe, verteile ich mir einen Ehrentitel. Auf jeden Fall klopf ich mir ordentlich auf die Schulter.

Mit der Zeit fielen mir zwei Sachen auf: 1. In anderen Elternblogs war der Streik kaum Thema. Zugegeben ich bekam nicht so viel mit, denn meine Energie reichte abends nur noch dafür, kurz die Twitter- und Facebooktimeline zu überfliegen und maximal die Titel zu lesen. Aber präsent schien der Kitastreik nicht? Wie machten das die Eltern und Mütter überhaupt, woher hatten die noch die Energie zu bloggen? Waren deren Kinder überhaupt in städtischen Kitas? Waren sie aus dem Alter schon raus oder bei Tageseltern/Elternini/Waldorf/Montessori/katholischer/evangelischer Kita undundund? Wer bringt überhaupt seine Kinder in städtische Einrichtungen und wer entscheidet sich vielleicht bewusst dagegen? Wer hat überhaupt eine Wahl seine Kinder wohin zu bringen? Da wo nur ein Kindergarten in der Nähe ist, ist die Auswahl eh gering. Wer kann sich private Varianten leisten? Kurz: Wie viele Kinder sind überhaupt in städtischen Kitas? Diese Frage warf ich in die Twitter-Runde und tatsächlich bekam ich Antwort:

Tatsächlich, der Großteil der Betreuungseinrichtungen für kleine Kinder ist gar nicht in öffentlicher Hand. Gut, da wundert es mich nicht, dass der Kitastreik auch in Elternblogs wenig Resonanz findet. Nicht, weil die Eltern keine Zeit finden, sondern weil es einfach nicht. relevant. ist. (Dass auch Erzieher_innen in anderen Einrichtungen evt. davon profitieren, dass in öffentlichen Einrichtungen mehr Gehalt gefordert wird, lass ich hier außen vor).

2. Ich bot in der Kindergartengruppe von Minime einigen anderen Eltern an, ein oder zwei Kinder mitzubetreuen. Aus einer der anderen Kindergartengruppen traf ich regelmäßig einige Eltern mit einer Horde Kids im Park. Hier hatten sich die Eltern einfach zusammen getan, zwei bis drei Mütter passten auf insgesamt ca. 9 Kids auf und wechselten sich damit untereinander ab. So dachte ich, könnte man das auch in Minimes Gruppe machen. Aber irgendwie schien kein Bedarf zu sein, keine_r meldete sich und nahm das Angebot an. Irgendwie organisierten alle ihren Betreuungsbedarf familienintern. Großeltern, wenn vorhanden. Oder es wurde HomeOffice in Anspruch genommen. Es gab verschiedene Varianten die mir auch noch mal sichtbar machten, mit wie wenig Stunden viele Mütter arbeiten. Erst in der vierten Woche kam es zu ein, zwei “Gruppentreffen”, aber weniger, damit die Eltern in Ruhe arbeiten können, als damit die Kinder einander wieder zum Spielen hatten. Für mich bleibt auch hier die Frage offen: Ist es so schwer, Hilfe zu erfragen, bzw. anzunehmen? Nun ja, vorerst ist der Streik unterbrochen und das heißt:

Durchatmen. Aufatmen. Innehalten. Weitermachen.

Hier unser Kita-Streik in Bildern:

Das Kind malt seinen Namen vors Cafe

Das Kind malt seinen Namen vors Cafe

Wir besuchen den Zoo

Wir besuchen den Zoo

…und fahren mit der Seilbahn

…und fahren mit der Seilbahn

Seilbahn

Seilbahn

Am Rhein entlang

Am Rhein entlang

Kaffee und Kakao

Kaffee und Kakao

Minime fotografiert mich in bester Kletter-Pose

Minime fotografiert mich in bester Kletter-Pose

und ich ihn

und ich ihn

Von soviel Programm mittagsschlafmüde

Von soviel Programm mittagsschlafmüde

Der Mann fährt mit den Kids ins Sealife

Der Mann fährt mit den Kids ins Sealife

…und den Tierpark

…und den Tierpark

Odysseum

Das Odysseum lässt Kinder mit Begleitperson zum Kitastreik umsonst rein

Ich hab keine Ahnung, wo das Kind da rausgekrochen kommt...

Ich hab keine Ahnung, wo das Kind da rausgekrochen kommt…

Mehr Fotos gibt es auf INSTAGRAM

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* Fortbildung aus der Kategorie: Mach doch mal was Vernünftiges!

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Eingeordnet unter leben

Vier Jahre Minime

Gestern Abend, als der Mann von der Arbeit kam (spät) und ich ihn bat, den schlafenden Minime in sein Bett rüber zu tragen standen wir vor diesem schlafenden Kind und dachten: Morgen wirst Du vier. Das heißt auch: WIR sind vier Jahre Eltern.

Vier Jahre, die – rückwirkend betrachtet – vorbei gerast sind. Sagt man immer, ist auch so. Die sechs Monate Elternzeit, die sich doch soooo lang anfühlten. Der Mann in Elternzeit, ich arbeitend. Minime bei der Tagesmutter, die kurze Eingewöhnung, die Nachmittage im Park oder bei Freund_innen. Wie sehnlichst die ersten Worte erwartet wurden und ich heute manchmal wünschte, Minime würde seinen Wortschatz eine viertel Stunde mal nicht unter Beweis stellen. Ständig in Bewegung, es sei denn, ein Buch hat seine Aufmerksamkeit erlangt. Wie toll er mit seinem kleinen Bruder umgeht, obwohl er viel Rücksicht nehmen muss. Wie viel Phantasie und Vorstellungsvermögen und Empathie, die oft auch bedeuten, dass “spannende” Geschichten erst gehört, gelesen oder geguckt werden dürfen, wenn er FÜNF ist (sagt er!).

Vier Jahre und jetzt bedeuten die Worte Gleichaltriger auch mehr als unsere. Er liebt rosa und er liebt Feen und Kleider auch. Das “darf” er alles aber nicht. Egal wie oft ich ihn vom Gegenteil überzeugen will. Also lasse ich es wohl erst mal.

Die Geburtstagsparty wird vermutlich zu 4 Geburtstagspartys, da Verwandte, Pat_innen und Kindergartenkinder nicht alle am gleichen Tag an den Tisch zu bekommen sind. Für Minime bestimmt eine wunderbare Vorstellung.

Es ist seltsam, dieses kleinegroße Kind zu betrachten, diese Zeit, diese Klischees (wie die Zeit vergeht) die aber so stimmen und auch ein bisschen Stolz, dass wir das alles so gut hinbekommen haben, auch wenn ich mich immer noch für die ungeduldigste Mutter der Welt halte.

Alles Liebe zum Geburtstag, kleiner großer Minime!

Wirbelwind

Wirbelwind

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9 Monate Cashew

9 Monate sind seit der Geburt von Cashew vergangen. Sehr intensive Monate.

Vom Gefühl her: Ein Schub nach dem anderen, ein Entwicklungssprung folgt auf den vorherigen, keine Verschnaufpausen.

Die Eckdaten: Kleidergröße 86 (mit Stoffwindeln auch mal Bodys in 92), 13 kg, 8 Zähne. 12+ Stunden Schlaf täglich. In den letzten zwei Monaten kam es vom auf-den-Bauch-drehen zum freien Sitzen und seit einigen Tagen zieht sich das kleine Etwas an allem hoch und macht Trippelschritte. Darf man Dich noch Baby nennen, Cashew?

Durch die Mobilität ist Deine innere Anspannung scheinbar weniger geworden. “Innere Anspannung” meint: Im Ruhezustand warst Du wie ein Auto an einer roten Ampel, bei dem der Motor nicht abgeschaltet ist, und das, wenn die Ampel auf grün springt, direkt auf 100 beschleunigen will. Scheinbar war es für Dich noch anstrengender als für uns. Naja.

Mal schläfst Du gut, mal nicht. Die letzten Nächte eher nicht. Klar, Papa war ja auch nicht da, da muss man ja Mamas Grenzen mal austesten. Leichtes Fieber und viel Sabber interpretier ich mal so, dass da Zahn Nummer 9 wartet. Vielleicht auch nicht.

Du nimmst Deine Umgebung sehr bewusst wahr, saugst alle Infos auf. Du fremdelst schon beinahe von Anfang an. Einerseits. In der Krabbelgruppe stürzt Du Dich dagegen auf die Spielsachen und zu meinem Leidwesen auch mal auf die anderen Babys, die alle etwas kleiner ausfallen als Du und Angst vor Dir haben.

Morgens setze ich Dich regelmäßig aufs Töpfchen, und als wüsstest Du, was zu tun ist, tust Du eben, was zu tun ist. Ich bin beeindruckt. Ansonsten benutzen wir weiterhin zu 3/4 Stoffwindeln (TotsBots Bamboozle oder Hybrid) und grade Nachts oder bei längeren Ausflügen (so lange das Wetter noch nicht zum eben mal draußen Wickeln einlädt) mit Wegwerfwindeln.

Du trinkst immer noch sehr gerne Milch. Feste Nahrung am liebsten mit der Hand: Nudeln, Gurke, Pfannkuchen – was Dir eben so in die Finger kommt.

Ich weiß, von Trotz- bzw. Autonomiephase zu reden ist noch sehr früh. Aber ich habe eine wage Ahnung, dass wir uns bei Dir auf eine intensivere “Autonomie”phase einstellen dürfen. Bisher verkündest Du immer recht laut Deinen Unmut und Willen.

Tu mir einen Gefallen, Cashew, wachse nicht ganz so schnell weiter, Du bist doch noch mein Baby!

Karneval

Baby-Karnevalist

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Eingeordnet unter leben, muttersein

Die 5 Lieblingsspielzeuge von Babys – eine Auswahl

Da wir auch zu Kind Nummer zwei reichlich Geschenke bekamen, mangelt es hier nicht an altersgerechtem Spielzeug. Nur dass das Baby dieses Spielzeug ignoriert und seine ganz eigenen Vorstellungen von anregendem, entwicklungsförderndem Zeug hat. Hier eine kleine Auflistung:

1. Schwerkraft

Löffel in die Hand nehmen, fallen lassen, hinterhergucken. Schnuller in die Hand nehmen, fallen lassen, hinterhergucken. Banane in die Hand nehmen, fallen lassen, hinterher gucken. Und so weiter….Überall zu haben, quasi umsonst. Und dieses “Spielzeug” soll schon Nobelpreisträger hervorgebracht haben.

2. Schneebesen

Gut zu greifen und ableckbar von beiden Seiten. Mit und ohne Pfannkuchenteig dran. Für Finger und Zunge ein besonderes, haptisches Ereignis. Ich mag es besonders wegen der Funktion “Du, ich muss auflegen, dass Kind hat grad seine Zunge im Schneebesen verhakt”

3. Papiertaschentücher in Plastikumhüllung

Knistert, als hätte es sich ein Kind persönlich ausgedacht. Man muss nur aufpassen, dass – falls schon vorhanden – die Zähne keine kleinen Löcher reinreißen. Ganz besonders wenn es Taschentücher mit ätherischen Ölen sind…

4. Waschzettel

Von allem: Kuscheltieren, Anziehsachen. Das ultimative Spielzeug wäre ein Waschzettel mit Waschzetteln dran. Aber nicht diese Schnuffeltüchern mit “gefaketen”, zum Anlullern gedachten Schlaufen. Darauf fallen die kleinen Würmer nicht rein.

5. Alles, was “NEIN!” heißt

Kabel, Steckdosen, Blumen(töpfe), Treppen… Vielleicht spielen Babys also doch mit “Babyspielzeug”, wenn man es deutlich mit “NEIN!” anschreit? Das muss ich tatsächlich noch testen.

So, wie ihr seht: Babys mit anregendem, pädagogisch…äh interessantem Spielzeug auszustatten ist sehr einfach und fast KOSTENLOS! Falls ihr selber keine Kinder habt, aber Schwangere/Neu-Eltern im Bekanntenkreis, ihr wisst ja jetzt, was zu schenken ist.

Dieser Beitrag wurde nicht gesponsort und freut sich über Kommentare zu weiterem, babyfreundlichem Spielzeug!

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