Foto der Woche
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Dankbarkeit (Nachtrag zum Muttertag)
dem muttertag sah ich eher leidenschaftslos entgegen. mir ist auch beinahe egal, ob ihn die nazis, die blumenindustrie, oder die us-amerikanische frauenbewegung erfunden hat. in meiner familie wurde er nie groß gefeiert. ich kann mich auch daran erinnern, dass meine mama wenig enthusiastisch war, wenn meine schwester und ich selbstgebastelten kram anschleppten.
ehrlich gesagt: ich freu mich ein bisschen auf minimes selbstgebastelten kram, egal zu welchem anlass. aber ich hab grummeln beim gedanken, wie das in der kita abläuft: so, am wochenende ist muttertag, da sagt ihr mutti mal, dass ihr sie lieb habt. und jetzt bastelt ihr schön, auch wenn ihr gar nicht wollt. meh.
egal, mir viel zu dem anlass muttertag das thema ‘dankbarkeit’ ein: nach einer sehr kurzen nacht und frühem aufstehen, zu wenig kaffee und einem offensichtlich schlecht gelauntem minime, der ein glas (absichtlich) umschmiss platzte es aus mir raus: du undankbares kind… und nachdem ich wieder einmal ein- und ausgeatmet habe war ich über mich selbst erschrocken. denn wofür sollte minime denn auch dankbar sein? dafür, dass er in der welt ist und ich seine mutter? dankbarkeit schien mir für einen zweijährigen wohl doch etwas viel verlangt, zumal ich ja den kinderwunsch hatte, und er nicht den, nach dem in-der-welt-sein.
aber ja, auch wenn ich meine mutter zum muttertag nicht anrufe bzw. beschenke (fieserweise liegt der auch immer nah an ihrem geburtstag…) ist mir, seit ich selbst ein kind habe, viel bewusster, was es heißt ein kind zu haben. als kind habe ich immer das gesehen, was mir fehlt(e), ob jetzt materiell oder auch an aufmerksamkeit. das ist wohl auch das gute recht von kindern.
und was es für sie hieß, kinder zu haben, werde ich vielleicht auch nie verstehen (unterschiedliche rahmenbedingungen, aber sowas von). aber mehr dankbarkeit als früher ist da schon. danke!
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Warum dieses Internet?
mahlzeit ihr lieben. meine halbe timeline ist auf zur republica nach berlin. und falls ihr jetzt weder was mit ‘timeline’ noch mit ‘republica’ anfangen könnt: lehnt euch zurück und lest trotzdem weiter!
in meinem sozialen umfeld sehe ich ständig, wie unterschiedlich man mit dem, was die moderne technik und digitale entwicklungen so hergeben, umgehen kann. viele meiner freund_innen sind anfang bis ende dreißig und sie scheinen sich in – grob vereinfacht – drei gruppen zu teilen. falls ihr immer noch nicht wisst worum es geht (es ist montagmorgen, entschuldigt): internetnutzung. web 2.0 für wen und warum überhaupt?
- pionier_innen: das sind z.b. die, die schon bei den ersten republicas dabei waren. die alles ausprobieren. ständig online sind. oder schon wieder nicht mehr, weil sie alles kennen und inzwischen auch eine gute offlinezeit zu schätzen wissen. die selber bloggen, twittern oder sich sogar eine berufliche tätigkeit in diesem internet gebastelt haben. oder wie ich, zumindest drüber nachdenken, es zu tun.
- alltagsnutzer_innen: die regelmäßig e-mails nutzen und per trial und error auch das ein oder andere mal selber ausprobieren. internetshopping, urlaub online buchen, eine software zu installieren. bildbearbeitung oder digitale fotospeicherung.
- offliner: nutzen das internet wohl hauptsächlich zu recherchezwecken oder wenn es beruflich sein muss.
wie ich darauf komme? wenn nicht alle im eigenen umfeld auf dem selben stand sind, kann das zu missverständnissen führen. neulich habe ich eine verabredung mit einer freundin abgesagt. per e-mail. ist zwar nicht so sozial schick aber ich saß eh grad vorm e-mailprogramm. zwei tage später bekam ich dann von ihr eine sms: wo treffen wir uns denn jetzt? hmpf, gut, dass sie nicht schon auf mich gewartet hat…
und überhaupt, was für möglichkeiten sich da für menschen mit kind auftäten: wenn alle eltern in meinem bekanntenkreis sich schön via foursquare auf dem spielplatz einchecken würden. dann müsste ich nicht doof rumtelefonieren, wo denn jetzt wer ist, ich würd mein smartphone zücken und schauen, auf welchem spielplatz mit wem wir den nachmittag verbrächten. oder wenn via babyplaces jede_r das eiscafe bewerten würde: nach kinderfreundlichkeit. dann wäre mein leben leichter und ich müsste nicht auf so veraltete kommunikationsmedien wie sms zurück greifen. und den nachmittag alleine auf dem spielplatz hocken…
besucht mich doch mal auf instagram oder foursquare
Blogschau & Links, 02_2013
es hat sich ganz schön was angesammelt an links, ich weiß nicht mal, ob ich selber noch den überblick hab. eine winzige auswahl und der vorsatz, gründlicher zu sammeln:
neu in der blog_liste (wenn ich mal zum aktualisieren komme…)
Sich mit Worten bevorraten und falls ich es beim letzten mal vergessen habe: Wundertütentag - schaut vorbei, sagt hallo, kommt wieder!
Erziehung:
ich hab einen kleinen jungen, und langsam fange ich an, mir gedanken über erziehung zu machen. wichtiges zur jungenerziehung im kontext von feminismus bei fuckermothers.
Wahres:
das eltern nichts richtig machen, egal was und wie sie es tun ist nichts neues, aber wieder mal schön zusammen gefasst bei der rabenmutter.
pro grundeinkommen. gedanken zur verbindung von grundeinkommen und sorgearbeit bei antje schrupp.
Wissen_schafft:
wisst ihr, welchen beruf einsteins frau hatte? ob er überhaupt verheiratet war oder mit wem er lebte? ich hab keine ahnung, ist eigentlich auch nicht so wichtig. aber wenn über eine wissenschaftlerIN geschrieben wird, dann meist nicht ohne zu erwähnen, was ihr mann beruflich macht und eine einschätzung ihrer kochkünste abzugeben. glaubt ihr nicht? über den finkbeiner-test oder Über Wissenschaftlerinnen schreiben bei den femgeeks.
Aufheiterung?
montag morgen, kinder die keinen mittagsschlaf machen oder eine absage für den kitaplatz…tierbabies gehen immer!
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Seifenblasen (oder Arbeitssuche Teil ???)
so fühlt sich mein leben grade an: als würde ich in einer seifenblase sitzen. so umherschweben, dabei die richtung aber nicht bestimmen können. wenn die sonne scheint, ist alles schön bunt, ich schwebe mal zu einer freundin im volksgarten, mal zur kaffeebude…naja, das klingt so, als würde ich das den ganzen tag machen. aber die krux an der arbeitslosigkeit ist für mich nicht, arbeitslos zu sein und mein ego aufputschen zu müssen. sondern dass ich mich nicht traue, mir diese ‘auszeit’ einfach zu gönnen. statt dessen verbringe ich stunden in diesem internet auf der – ab einem gewissen punkt – wenig erfolgversprechenden suche nach stellen, die ich vielleicht übersehen habe. oder damit, dinge zu lesen, die für irgendwas und irgendwann mal wichtig sein könnten. unterbrochen von tätigkeiten, die zeit rauben, aber besser dann gemacht werden, wenn das kind bei der tagesmutter ist: sachen zur reparatur bringen und wieder abholen, bei ärzten auf rezepte warten, regale ausmisten…
seit fast drei monaten bin ich (wieder mal) arbeitssuchend. der letzte vertrag war ja (überraschung) auch nur befristet, sogar ziemlich kurz. ich schrieb parallel weiter bewerbungen und tue es immer noch. dann das warten auf rückmeldung. dass sich-fragen, wann es wie weiter geht. vom lieben geld mal ganz zu schweigen. aber viel schlimmer: nicht planen zu können. obwohl ich das jetzt versuche, aufzubrechen. also trotzdem planen. nicht einfach zu warten, dass was passiert, ich eine stelle bekomme.
die letzten monate arbeitssuche haben mich viel gelehrt. ich lasse euch gern an diesem wissen teil haben:
- allgemeines: ihr fragt euch (oder mich…) immer noch, was dieses ganze social-media zeugs soll? ha, nicht dass ich dadurch eine stelle bekommen hätte. aber ich bekomme stellenangebote zugesendet (also geshared, bei twitter gementioned, ach, kommt her, ich erklär’s euch
) die ich über die üblichen stellenbörsen nie bekommen hätte. ja, sogar mal den vorschlag, einen forschungsantrag zu schreiben!!! das war ein großartiges gefühl, auch wenn da erst mal nichts draus wurde, weil man eben einen antrag nicht mal eben so schreibt und dann immer noch eine wahrscheinlichkeit herrscht, dass das projekt nichts wird…
- überhaupt: stellen finden. ich erzähle allen, die es hören wollen oder nicht, dass ich auf arbeitssuche bin. was ich suche, halte ich erst mal sehr offen. denn ich merke, das bestimmte ‘no-gos’ für mich nur no-gos unter bestimmten bedingungen sind. eigentlich suche ich ja was in der nähe. aber ich habe mich auch schon in dresden beworben, weil die stelle sehr toll klang. weil ich da auch evt. so viel verdient hätte, dass das irgendwie zur not (so viele wenns…) mit dem wochenpendeln geklappt hätte. teilzeit will ich eigentlich gar nicht, auch, weil wir ab herbst endlich eine kita-zusage haben. andererseits: wenn das gehalt so einigermaßen hinhaut und ich dafür meinen herzensprojekten folgen kann? mehr zeit für sachen selbermachen habe und somit woanders wieder geld spare? oder die stelle wahnsinnig viel spaß macht? also, erst mal alles anhören und durchlesen, aussieben kann ich immer noch.
- anschreiben: als ich die stellenanzeige für meine traumstelle sah, dachte ich, ich setz mal alles auf eine karte: das anschreiben begann ich mit: “für diese stelle würde ich mich auf den kopf stellen! da sie aber keine artistin suchen, sondern xy, hier die gründe warum ich die geeignete kandidatin bin…” immerhin die erste einladung zum vorstellungsgespräch seit langem. wurde dann keine anstellung draus, aber hat mir gezeigt: all die ratgeber, die form über inhalt stellen machen vielleicht sinn, wenn man an personaler schreibt, aber nicht in den bereichen, in denen ich mich so rumtreibe). das nächste vorstellungsgespräch bekam ich (vielleicht?) weil ich statt über meine qualifikationen meine meinung zum thema schrieb. ich glaub, mit sowas kann man auf die nase fallen. aber was hab ich denn zu verlieren?
- lebenslauf: mit zwei studienabschlüssen und einer abgebrochenen (oder auf eis gelegten, je nachdem) doktorarbeit hat man ein dickes ‘problem’: für die hälfte der jobs ist man überqualifiziert, für die andere unterqualifiziert. ich habe also mehrere lebensläufe. klar, lügen ist nicht erlaubt. aber wenn ich in dem einen die ganzen vorträge und veröffentlichungen weg lasse ist das doch keine lüge, oder?
- einen namen machen: gut, ich habe mit dem bloggen ‘einfach so’ angefangen und keine strategie gehabt. aber es gibt immer wiederkehrende themen, die mich beschäftigen und das spricht sich rum. der zufall half mir zu einem interview im lokalblatt. und das führte zwar nicht zu einem stellenangebot, aber zu einer tv-anfrage. und das vielleicht später mal zu einem job? jedenfalls kann es nicht schaden. manche äußern bedenken, dass ich so ‘offen’ über alles schreibe oder rede (wobei “Alles” ja total übertrieben ist), aber hey, das bin ich. und ich glaube, das merkt man auch. was ich sagen will: sollte das, was ich hier oder woanders sage und schreibe, dazu führen, dass ich einen job nicht bekomme, dann ist das vielleicht auch besser so, denn dann würde ich nicht glücklich. umgekehrt fände ich es blöd, nicht jede chance zu nutzen a) über das, was mir am herzen liegt zu reden und zu schreiben (weil das beides dinge sind, die ich – ganz unbescheiden mal behauptet – kann) und b) dadurch die chance zu nutzen, an eine stelle zu kommen, die mir sonst entgangen wäre…
es wiederholt sich alles. ich bin keineswegs hoffnungslos oder deprimiert. aber seifenblasen hinterlassen ganz schmierige flecken…
Foto der Woche
Für ihn gabs Haferschleim (cooler: Porridge), für mich: eingetrocknete Haferflocken all überall…
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