Endspurt

so, schwangerschaftswoche 36. und behauptete ich neulich noch, ich hätte keine beschwerden: HÄTTE ICH MAL NICHTS GESAGT!!! der bauch ist im weg und öfter mal hab ich ein ziehen in den leisten. ob das die mutterbänder sind, die kaiserschnittnarbe oder die folgen meines zu kurzen linken beines (ca. 1cm kürzer…) – AUA. da ich mir beim ausgangsgewicht diesmal nicht so sicher bin, tippe ich auf 15-20kg die in der zwischenzeit angewachsen sind. in der ersten zeit mehr, in den letzten wochen nur noch wenig. geht aber ganz schön auf die kondition und den kreislauf. hinzu kommt diese ständige müdigkeit gepaart mit der unfähigkeit zu schlafen. blase drückt. die matratze fängt das zusätzliche gewicht irgendwie nicht auf. manchmal schlaf ich mit dem kopf am fußende, da dellen sich meine hüftknochen irgendwie angenehmer in den schaum.

und dann der nestbautrieb. es gibt immer was zu tun! sollte von hausfrauen reclaimt werden, nicht von handwerkern. zwei wäscheladungen voll babysachen in 50/56 gewaschen. hach. beistellbett aufgebaut, letzte einkäufe im babymarkt getätigt. sooooo viele schöne sachen gibt es, ich musste mich zusammenreißen, sind viele sachen doch schön aber nicht unbedingt notwendig. hach.

am montag vor ostern wurde minime noch operiert. polypen, bzw. rachenmandeln raus, paukenröhrchen rein. das ganze ambulant, sprich: frühmorgens rein, nachmittags wieder raus. halleluja, dass wir quasi bis in den op mit rein und direkt im aufwachraum wieder dabei sein durften. minime erinnert sich nur noch an die blöde kanüle in der hand. zwischendurch war er sehr orientierungslos, nach einer ordentlichen portion schlaf ging es aber wieder. am dienstag war er fast schon wieder fit, blieb aber noch die ganze woche zu hause.

unruhige nächte, nicht nur weil ich nicht schlafen konnte, auch minime schien was gegen nachtruhe zu haben. ein hoch auf gepflegten mittagsschlaf. bis zur geburt von nr. 2 ist der mann beruflich noch viel unterwegs, ich versuche, patentanten, schwester und freund_innen für babysitterstunden zu gewinnen an den wochenenden.

und oooooaaaarrrr dieses warten nervt. vielleicht komm ich dann die nächsten tage wieder mehr zum bloggen. gehabt euch wohl!

ostern bei meinen eltern, ostereiersuche inklusive.

Ostern

Ostern

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Musik

bevor ich die ruhe finde, den zweiten und dritten teil unseres kanarenurlaubs zu verbloggen, hier mal ein bisschen alltagserprobtes:

musik. lieben ja alle kinder irgendwie. und in unserem fall sind der mann und ich auch sehr musikaffin. das erste mal schwärmte ich für den mann, als wir damals zu noch-teenie zeiten im orchester bzw. schulmusical spielten – er geige, ich querflöte. die musik hat uns gewissermaßen zusammen gebracht. natürlich wollen wir auch unseren kindern musik nahe bringen, haben aber ein bisschen angst, für welche musikrichtung sie sich später entscheiden…naja, ich schweife ab.

als minime noch ein baby war, habe ich gelegentlich vorgesungen. ich mag meine stimme aber selber nicht so und minime wohl auch nicht – bis vor kurzem hatte ich singverbot. egal ob ich zur musik aus dem radio mitsang oder ein gutenachtlied summte, “mama, nicht singen!” war seine standardreaktion. aus irgendeinem grund änderte sich das vor wenigen wochen. seitdem schleppt minime ständig das liederbuch, das ich damals zur geburt geschenkt bekommen habe, an: “halli hallo hallunken, die fische sind ertrunken” - bruder jakob, der mond ist aufgegangen, der elefant in der disko und kuckuck und esel – alle sind da drin und ich kann jetzt wieder fast alle auswendig. wenn ich keine lust habe, selber zu singen, landete bisher eine der beiden “krümelmucke-cds” im cd-player. habe ich bestimmt schon mal von geschwärmt. kann man eine weile ertragen. hier ein video:

für euch getestest: 20mal nacheinander kann das kind das hören:

und “deine freunde” sind für euch bestimmt keine neulinge – hier mindestens täglich das schokoladenlied:

Schokoladenlied

neulich stand ich im supermarkt vor dem tschibo-verkaufsstand und war kurz davor, die rolf zuckowski oster-cd zu kaufen. aber wieviel rolf zuckowski verträgt ein mensch? ich dachte, ach bis ostern ist ja noch zeit. als ich nach hause kam erzählte der mann, er habe dem kind zu ostern eine cd bestellt: eule findet den beat. die unmusikalische eule lernt auf einer reise die verschiedensten musikstile kennen. ein bisschen hintergrundinfos und viel musik, kindgerecht vertont. ich hoffe, die platte ist insgesamt so gut, wie das video verspricht – minime hat ordentlich mitgewippt:

eule findet den beat - und mehr zur platte hier. (funfact: rolf zuckowski ist irgendwie “pate” von dem projekt. der gute mann macht alles richtig)

so, jetzt bin ich gespannt: was sind eure musikfavorit_innen, also wo überschneiden sich eure und die geschmäcker eurer kinder wenigstens so halbwegs?

 

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Reisen mit Kind (Teil 1): den Süd(west)en Teneriffas mit dem Bulli befahren…

ach, urlaub! bist schon wieder so lange her…

plan war, nach 3 jahren endlich wieder urlaub zu machen. auszunutzen, dass ich grad arbeitssuchend bin und der mann sich seinen urlaub selbst aussuchen kann. überwintern irgendwo im süden. das alles trotzdem irgendwie “kindersicher”. erstmal keine experimente (ich träume von bali, thailand, sri lanka…), warm aber trotzdem europa. da blieben eigentlich nur noch – die kanaren. und auch da sind nicht alle inseln gleich. unsere 1. wahl fiel auf teneriffa. alle, die schon mal da waren, schwärmten von der vielfalt, der abwechslungsreichen landschaft. na gut, überredet.

eine bullitour! wollten wir doch immerschon! wenn ich tagträume, was ich von einem lottogewinn so kaufen würde, stand ein bulli immer ganz weit oben. der mann fand über hanggtime tatsächlich eine bullivermietung auf teneriffa. die erste woche wollten wir die insel mit dem bulli erkunden.

der 4-stündige flug (mit norwegian – kann ich empfehlen) war sogar erträglich, auch dank wlan über den wolken :-) das kind war trotz des fast nächtlichen aufstehens nicht müde zu kriegen, war aber trotzdem gut gelaunt.

am flughafen teneriffa süd wurden wir dann mittags von reiko, dem die bullis gehören, in seinem wagen abgeholt. der für uns geplante bulli (t3) sei leider kaputt, er würde grade einen t5 flott machen, das könne aber noch eine stunde dauern…wir fuhren nach Las Americas, aßen gemeinsam, fuhren weiter zum strand in ein cafe, tranken einen cafe…nach einer stunde war der bulli natürlich noch nicht fertig. wir dafür in der warmen sonne am meer, das tröstete. erst mal…machen wirs kurz: aus der einen stunde wurde später abend, es war dunkel und eeeeendlich konnten wir den bulli in empfang nehmen. um einen der tollen spots aufzusuchen, die reiko uns empfohlen hat, war es nun zu dunkel, also bauten wir unser lager auf dem riesenparkplatz neben mcdonalds (einzige toilette in der nähe!) auf und versuchten das, mit dem schlafen. der mann und ich unterm dach, minime hinten im kofferraum, die wir ihm als “höhle” verkaufen konnten. ja, es hat was bei meeresrauschen zu schlafen. sanitäre anlagen wären aber schon ne wucht gewesen. nun gut. eine woche…

tagsüber fuhren wir an die strände des südens & westens, ganz besonders angetan hatte es uns der strand von el medano, nahe des flughafens (cloudette hat von dort berichtet -> hier entlang).  das surfermekka bot feinen sandstrand, cafes, hippies und familien mit kleinen kindern. auch das als touristisch verschrieene los cristianos konnte ich gut leiden: promenade, sandstrand, verwinkelte straßen die daran erinnern, dass es hier auch eine altstadt gibt. wir übernachteten an einsamen plätzen, die uns reiko empfohlen hat, ausschließlich mit blick auf meer und oft abgeschieden von tourismus und menschen. idyllisch, aber für minime eher …langweilig. ihm fehlten andere kinder und familien. nachdem wir einige tage wirklich viel zeit im bulli verbracht haben (wir erwischten tatsächlich zwei regentage im süden!) und einmal um die halbe insel fuhren bis in den norden nach puerto de la cruz kam bei mir ein kleiner zusammenbruch. JA, es ist schön mit bulli zu reisen, NEIN ich bin kein mensch der im stehen pinkeln kann und deshalb brauch ich sanitäre anlagen, wo es im süden noch nicht mal viele bäume gibt, hinter denen man sich verstecken kann, und der dicke bauch ein bisschen hinderlich ist beim hinhocken. minime war auch “anstrengend”, man merkte, er wollte lieber die gesellschaft anderer kinder und brauchte mehr input.

meine große hoffnung war der “aqualand” im süden. mit kinderbecken, beheiztem whirlpool und warmen duschen (wie ich dachte…). für nur etwas mehr als 20euro pro nase (minime ging umsonst durch) kamen wir vormittags im aqualand an. ein paar wolken bedeckten die sonne und am eingang stand ein schild, dass aus technischen gründen einige becken nicht beheizt waren…voller preis war trotzdem. ich dachte nur an eine warme dusche und war zu allem bereit. tja. tja. die umkleide sah schlimmer aus als in jedem verfallenen hallenbad hier und das wasser war…KALT. ich glaub, ich weinte ein bisschen. aber gut, beheizter whirlpool. achachach. 18Grad nennen die beheizt. für einen whirlpool!!! nicht mal minime, aka wasserratte war dort reinzubekommen. ein bisschen ins kinderbecken traute er sich, ein paar mal rutschen, dann gab es blaue lippen. nach anderthalb stunden gaben wir auf.

nächste station musste ein campingplatz sein. ich hatte keine erwartungen, weil es im reiseführer hieß, camping sei auf teneriffa nicht so gang und gebe und es wurden nur die adressen angegeben. wir peilten den platz “camping nauta” südlich der tf-653 an und fanden…mein paradies! nach 4 tagen ohne warme dusche und co. war das für mich grandioser als jedes wellnes-hotel. der campingplatz bot wirklich alles, war grün, zentral und ich war glücklich. hier schlugen wir die nächsten drei nächte unser lager auf, fuhren tagsüber weiter zu den schönsten stellen der insel. warum wir da nicht schon früher drauf gekommen waren…

allgemeines fazit der woche: teneriffa ist schön, und obwohl der süden voller hotelanlagen und touris ist, findet man schnell ruhigere orte. ein bulli ist echt was feines, aber fürs reisen mit kleinem kind fand ich es eher so lala. man sitzt eben viel im auto, muss erst mal alle sachen verstauen und dann zum richtigen zeitpunkt wiederfinden (sonnenmilch? jacke? feuchttücher?), der boden ist stets sandig (wenn es nur sand ist) und so viel gibt’s fürs kind dann auch nicht zu sehen. die sonne tat aber verdammt gut, das meer und der sand unter den füßen machen echt milde und entspannt. aber fürs kind fehlten eben noch andere kinder und mir ein bisschen komfort. zu anderer zeit unter anderen rahmenbedingungen würde ich es aber wieder machen. wegen solcher bilder:

 

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das innere des bullis in seiner aufgeräumtesten variante. ausnahme sag ich euch

sandburg

sandburg

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Danke, liebe Mitmütter – ihr seid toll!

manchmal glaube ich, ich leide unter selektiver wahrnehmung. oder trage scheuklappen. oder habe verdammt viel glück. jedesmal, wenn irgendwo in diesem internet eine frau schreibt “am meisten machen sich mütter untereinander das leben zur hölle” dreh ich mich nämlich um und guck, ob eine mutter hinter mir steht und mich auspeitschen will.

never happened! egal ob babymassage, kinderturnen, spielplatz oder oder – dort seh ich mütter, die stillen oder nicht, tragen oder nicht, schnell wieder arbeiten gehen oder zu hause bleiben. nie musste ich mir anhören, dass was ich tue, sei falsch. manch unsicher formulierter satz wie, “ich kann mir nicht vorstellen, nach einem jahr wieder arbeiten zu gehen/ länger als xx monate zu stillen/ …” – das ja. aber als abwertung formulierte aussagen? kann mich nicht erinnern. vielleicht geht es in diesem internet manchmal heftiger zu, anonymität und so. bei manchen großen mütter-foren oder facebookgruppen will ich gar kein mitglied sein, weil da tatsächlich die post abgeht, egal um was für ein thema es sich handelt.

ich lese auch viele mutti-blogs, OBWOHL dort eine ganz andere haltung als meine transportiert wird, wo ich weiß, wie die das handhabt passt einfach nicht zu mir. und trotzdem glaub ich, auch daraus was lernen zu können.

mein “mutticlub”, der sich aus dem geburtsvorbereitungskurs von minime ergeben hat, hat mich immer aufgebaut. statt “guck mal, mein kind kann schon…” war es hier ein ehrliches “ich will einmal wieder durchschlafen/ mein kind kann immer noch nicht sitzen/ ich hab angst vorm wiedereinstieg/ ich freue mich endlich wieder aufs arbeiten”. weder hier im blog noch auf meiner facebook-seite muss ich (öfter ^^) blöde sprüche ertragen.

danke liebe mit-mütter, ihr seid toll! oder wie es beim gemischtwahnlädchen stand: stell dir vor, es sind mommy wars und keine geht hin!

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Der Mythos (m)einer selbstbestimmten Geburt

ich hab mir schon lange vorgenommen, etwas zum thema selbstbestimmung und geburt zu schreiben. ende der vergangenen woche kam bei twitter unter dem hashtag #selbstgeboren eine riesige welle von blogbeiträgen dazu ins rollen. ausgelöst durch ein geplantes buchprojekt einer hebamme.

“Geburt funktioniert! Es kann ganz einfach sein, wenn Frauen währenddessen die Möglichkeit haben ganz bei sich zu bleiben und zurückhaltende und bestärkende Begleitung dabei erfahren.” schreibt diese hebamme. achwas, denk ich mir, in loriotschem ton. ihr ansinnen ist es, berichte von “selbstbestimmten” geburten zu sammeln und frauen damit mut zu machen, dass eine geburt ohne eingriffe möglich ist. oder wie sie schreibt: “Es spielt dabei keine Rolle wo Dein/ Euer Kind zur Welt gekommen ist, oder wo Dein Arbeitsplatz ist, wenn Du Hebamme bist. Wichtig ist ein physiologischer Geburtsverlauf, frei von Manipulation oder Eingriffen von Außen. (D.h: Ohne künstlich eingeleitete Wehen, PDA, Kristellern, Dammschnitt, Saugglocke oder Kaiserschnitt.)”

dennoch bin ich nicht gleich auf den zug gesprungen, die viel berechtigte kritik an diesem projekt mit meiner perspektive zu untermauern. denn irgendwie schien oder scheint mich was anderes zu ‘triggern’, als viele mitbloggerinnen. da wird von mommy wars gesprochen, und wer denn die bessere mutter sei bzw. das man sich durch mütter, die eine “natürliche” geburt hatten als kaiserschnittmutter abgewert fühlt. obwohl ich einen (sekundären) kaiserschnitt hatte, fühlte ich mich nicht schlechter als die fraktion der “spontangebärerin”. aber ich fühlte mich trotzdem scheiße. und das hatte weniger mit vergleichen zu tun, als mit dem gefühl von ohnmacht und fehlender selbstbestimmung unter der geburt.

denn natürlich gehört die reflektion der eigenen geburt dazu. und die frage: wie habe ich diese erlebt, was fühlte sich selbstbestimmt an und warum, und was nicht? was ist meinem gefühl nach schief gelaufen, was lag in wessen verantwortung, und kann man in dieser situation überhaupt “verantworten”?

ich glaube, “selbstbestimmung” in einem kontext wie dem ausnahmezustand geburt ist eine verdammt komplexe angelegenheit. ich erlebte den teil, den man wohl übergangs-/austreibungsphase nennt, in totalem ausnahmezustand, nahm nur bruchstücke dessen wahr, was um mich geschah. aber um es anschaulicher zu machen, werde ich schreiben, wie ich die geburt (und die vorbereitungen) erlebte, wo ich das gefühl hatte, das mir die “selbstbestimmung” entglitt und für wen ich mir ein solches projekt wie das oben genannte wünsche…

DIE VORBEREITUNGEN

auch 2010 war es schon nicht einfach, eine beleghebamme zu finden. erst muss man ja auch entscheiden, wo man entbinden will. eine hausgeburt kam für mich nicht in frage. nicht weil mir das zu unmedizinisch oder unsicher erschien. aber ich wohne im 5. stock eines altbaus ohne fahrstuhl. ich konnte mir nicht vorstellen, das, sollte eine verlegung ins krankenhaus nötig sein (und ja, das kommt gar nicht sooo selten vor, ich habe mich da informiert) mich irgendwer da unter wehen runter bekommt. das geburtshaus liegt in einem anderen stadtteil und ich machte mir sorgen, dass wir in der hauptverkehrszeit vielleicht nicht rechtzeitig dort sein könnten (im nachhinein sind das gedanken einer großstädterin, sooo weit ist es nicht, aber gut). also las ich erfahrungsberichte von krankenhäusern mit entbindungsstationen. ich schaute mir mit dem mann das krankenhaus an, das mir am sympathischsten erschien, zudem um die ecke lag und sich mit einer niedrigen kaiserschnitt- und dammschnittrate rühmte.

vorab recherchierte ich trotzdem hebammen. schließlich sollte die chemie stimmen und ich wollte auch die vorsorge schon bei hebammen machen. trotzdem dauerte es eine weile, bis ich diese schritte alle erledigen konnte. erst mal dauerte es eine weile, bis ich mich überhaupt an den gedanken, ein kind zu bekommen, gewöhnt habe. nicht, dass ich das kind nicht gewollt habe, im gegenteil, aber es war zunächst trotzdem sehr abstrakt. ich hatte dann mehrfach glück mit unseren hebammen: die chemie stimmte, sie arbeiteten als beleghebammen in meinem wunschkrankenhaus und als “nachrückerin” konnte ich sie dann auch als beleghebammen gewinnen. ich meine, wie viel zeit bleibt einer für die auswahl einer hebamme? wie viele soll/kann man sich angucken undundund? also ja, ich fand, das war glück.

zwei punkte also abgehakt auf meiner to-do-liste. hebamme und krankenhaus: check. zu den weiteren vorbereitungen gehörte das lesen von geburtsberichten. genau, in diesem internet. die einen sagen ja, besser die finger davon lassen. mir hat es sehr geholfen. das gute: es gab berichte von “glatt” laufenden geburten und von solchen, die weniger glatt liefen. die spannweite war sehr groß und nach einer weile bekam ich ein gutes gefühl dafür, was ICH wollte, wie ich mir MEINE geburt vorstellte. ja, ich überlegte mir auch so was wie (wunsch)kaiserschnitt und pda. denn das ganze gerede von “natürlichen” geburten war mir suspekt. ich lass mir ja auch nicht ohne betäubung die weisheitszähne ziehen, nur weil das “natürlicher” ist. die natur hat sich sicher bei vielem was gedacht, aber warum sollte ich darunter “leiden”? ich entschied mich dann aber gegen einen wunschkaiserschnitt. zum einen war ich neugierig wie das so ist mit den wehen, zum anderen schrieben die kaiserschnittmütter vor allem davon, dass die schmerzen hinterher viel unangenehmer waren und sie sich nach möglichkeit noch mal für eine spontangeburt entscheiden würden. ok, also möglichst spontane vaginalgeburt oder wie der korrekte ausdruck ist. bei pda blieb ich neutral, bzw. wollte es situationsabhängig entscheiden. ich las von müttern, denen die pda unglaublich geholfen hat, weil sie zeit brachte um neue energie zu tanken und zu entspannen. ich las genau so von gebärenden, bei denen die pda einen teufelskreis von interventionen nach sich zog. ergo: das wollte ich nicht vorab entscheiden. auf keinen fall wollte ich einen wehentropf oder eine einleitung, da schrieben die wenigsten gutes drüber. ach, machen wir es kurz: ich “entschied” mich für eine geburt in der wanne. wassergeburt, das klang wie das nonplusultra. natürlich las ich auch noch die üblichen infobroschüren, besuchte einen geburtsvorbereitungskurs und lieh mir aus der bibliothek dvds zum thema geburt aus. im nachhinein wundert es mich, dass ich bei der recherche nicht über hypnobirthing und co. gestoßen bin – vielleicht hätt ich einen kurs besucht. ich fühlte mich nun bestens vorbereitet.

ES GEHT LOS

ich war bei der geburtsvorbereitenden akkupunktur, lies mir noch einen termin für die kommende woche geben, weil ich das gefühl hatte, zu übertragen. zu hause legte ich mich auf die couch und schaute “Zwei bei Kallwas”. ich war enttäuscht, war mir nach 15. minuten schon klar, wie die auflösung lautet. plopp, fruchtblase geplatzt. eindeutig. hebamme angerufen, mann angerufen. die hebamme kam zu mir, untersuchte mich und wir verabredeten uns für halb neun am nächsten morgen in der entbindungsklinik. sollten sich vorher starke wehen einstellen, sollte ich sie natürlich anrufen, ansonsten hieß es erst mal: warten. spät abends machten sich die ersten wehen bemerkbar. in dem stadium, wo man sich fragt: fühlen die sich so an? dann ist ja gut…nachts gegen zwei siegte dann die müdigkeit über die aufregung und ich beschloss, mich doch noch mal ins bett zu legen. ich schlief ein, wurde zwischendurch vom ziehen im unterleib geweckt, schlief weiter. morgens klingelte der wecker, wir packten unsere sachen und gingen los. auf dem 10minütigen fußweg zur klinik verschwanden die wehen kurzzeitig. zur aufnahme war meine hebamme da, brachte uns aufs zimmer und gab mir einen kleinen wehendrink (ich glaub, rhizinusöl war der hauptbestandteil?). auf dem weg zum zimmer bat ich meine hebamme um einen einlauf (ich hatte recherchiert, bei einer geburt verliert man möglicherweise die kontrolle über den darmausgang, ergo kackt. das wollte ich nicht, hätte mir wohl nicht bei der ‘entspannung’ geholfen…), da ich ja auch in die wanne wollte. meine hebamme antwortete etwas wie: “wir brauchen keinen einlauf, vielleicht gehen wir ja auch gar nicht in die wanne”. als nächstes verlangte ich die papiere für pda und kaiserschnitt. das wollte ich bei klarem verstand erledigen, sollten diese eingriffe notwendig sein. auch hier: das wird nicht nötig sein.

ich will eines gleich deutlich machen: ich gebe meiner hebamme nicht die “verantwortung”, dass ich mich hier übergangen fühlte. ihre botschaft war vermutlich mehr ein beruhigendes: alles wird gut, ich kümmer mich. für mich fühlte es sich aber doof an, andererseits war ich in dieser situation so aufgeregt und verwundbar, dass ich mich da auch nicht durchsetzen konnte/wollte. ich vertraute einfach darauf, dass sie schon weiß, was gut ist.

die eröffnungsphase verlief für mich super: der mann und ich waren erst auf dem zimmer und der wehenantreibende cocktail regte auch meine verdauung an. so musste ich mir darum schon mal keine gedanken mehr machen. weil das wetter schön war, gingen wir noch runter in den garten des krankenhauses. ich veratmete die wehen, wir lachten. irgendwann fühlte ich mich im hof nicht mehr ‘sicher’ und wollte zurück aufs zimmer. dort wurden die wehen stärker, ich hielt mich am bett fest und ging zum atmen in die hocke. ging noch einmal den stationsflur rauf und runter und hatte dann das gefühl, jetzt ginge es los. ich sagte also zum mann, ich wolle in den kreisssaal. wir klingelten, eine der krankenhaushebammen machte auf und brachte uns ins wehenzimmer. dort wurde ich ans ctg angeschlossen. dafür musste ich liegen, was ich ätzend fand. mal ehrlich, mehr frauen in die medizintechnik! dieses ctg sollte mich auch später noch fertig machen, aber alles schön der reihe nach. meine hebamme kam kurze zeit später und untersuchte mich. sie gratulierte mir, der muttermund war komplett offen! halleluja, dachte ich, das war ja einfach (und ich betrachte das nicht als meine leistung, ich habe da wohl eher eine gute konstitution geschenkt bekommen)! ein anderer teil meines verstandes kam aber irgendwie noch nicht hinterher, dass es jetzt “richtig” los gehen sollte. Ich bekräftigte noch mal meinen wunsch, in die wanne zu wollen und meine hebamme ging los um wasser einzulassen. als sie wieder kam, schienen ihr aber die herztöne des babies nicht zu gefallen und sie sagte, das mit der wanne würde wohl nichts, wir müssten direkt gegenüber in den kreisssaal. ich war enttäuscht. ich kann gar nicht sagen wie enttäuscht. und was hieß das überhaupt, dass die herztöne nicht so toll sind? war das was ernstes? muss ich mir sorgen machen? jetzt kamen die wehen aber so heftig und schnell hintereinander dass ich offen gestanden nicht weiter über das baby nachdachte, sondern daran, die schmerzen zu verarbeiten. im nachhinein muss ich ein bisschen an zirkeltraining denken: erst aufs bett und am tuch hängen (ich hatte in einem video was über die rückenmuskulatur gesehen, und dass der untere teil sich gut entspannt, wenn der obere angespannt ist. ich streckte also meine arme und meinen oberen rücken und hoffte, das macht unten alles locker). dann in die tiefe hocke. das blöde wehenschreiberdings verrutschte ständig, was ich am rande mitbekam und einfach nervte. die hebamme tastete mich bei jeder wehe ab, was ich irgendwie unangenehm fand. vermutlich wollte sie schauen, wie tief das köpfchen war oder wie es im becken lagt. vielleicht hat sie es mir auch erklärt, aber ich war nicht mehr besonders aufnahmefähig. ach ja, vorher schon (bei der aufnahme?) wurde mir ein zugang gelegt. präventiv wie es hieß. ahso, präventiv zugang aber keine unterschrift für kaiserschnitt und co? aber weiter in der reihenfolge: die tiefe hocke fühlte sich ganz ok an und ich merkte einmal, wie das köpfchen endlich in den geburtskanal flutschte. offensichtlich stresste aber der druck das baby zu sehr und ich wurde zum geburtshocker gebracht. noch angenehmer, aber die wehen wurden schwächer…ich weiß nicht, wie viel zeit bereits vergangen war, aber ich wurde aufs bett gebracht und sollte mich auf die seite liegen. NEVER wollte ich so liegen. das kreißbett war für mich eine horrorvorstellung. aber ich sollte ein wenig kraft tanken und für das baby war es wohl auch besser. ich fühlte mich schlecht. weiter kann ich nicht ganz der chronologie folgen, weil alles vor mir verschwimmt, aber es ging ungefähr so weiter: die ärztin schaute rein. sie erklärte mir, sie könnte blut aus dem köpfchen des kindes abnehmen um zu gucken, ob es genug sauerstoff hatte. vermutlich sagte sie das genau so und sachlich. was ich hörte? WIR BOHREN EIN LOCH IN DEN SCHÄDEL IHRES KINDES UND HOLEN DA BLUT RAUS! und wie sollten sie das tun? durch den bauch? durch die scheide? dann müsste ich ja still auf dem rücken liegen NÄCHSTE WEHE luft holen, mann angucken….NEIN! auf keinen fall. – die ärztin hat sich sinnvoll verhalten und vermutlich wäre diese mikroblutuntersuchung hilfreich gewesen. hätte mir zu einem selbstbestimmten weiteren verlauf der geburt geholfen. hätte man mir noch mut zusprechen sollen, diese untersuchung machen zu lassen? wurde hier meine meinung und mein wunsch respektiert? oder bin ich selber schuld, dass ich diese untersuchung abgelehnt habe und es deshalb so weiter ging, wie es weiter ging? selbstbestimmung ist ein schweres wort…ich glaube, die ärztin ging noch mal und es wurde mir vorgeschlagen, einen wehentropf anzulegen. NEIN, das wollte ich doch nie! ich hatte doch wehen! stark und schnell hintereinander. man legte es mir noch mal nahe und ich stimmte zu, schließlich war mir ja klar, dass es jetzt mal langsam voran gehen musste. ironie des schicksals: alle geräte sind irgendwie auf rechtshänderinnen ausgelegt. ich wollte aber schon den zugang lieber rechts haben, da der linke arm eben mein “bewegungsarm” ist. nein, alles musste auf die linke seite, ich fühlte mich so noch mehr in meiner bewegungsfreiheit eingeschränkt. der zugang oder der schlauch oder irgendwas fiel ständig raus, was ich selber gar nicht merkte.

offensichtlich kam die ärztin wieder. meine hebamme ging zur eingangstür und unterhielt sich mit ihr. hinterher erzählte sie mir, dass sie ihr sagte, wir probieren es noch ein paar minuten und sie würde sich dann wieder melden. die ärztin kam aber zu mir und sagte: sie sind aber auch schon ganz geschwächt, wir sollten mal über einen kaiserschnitt nachdenken. ich war fix und alle. ja, ich war erschöpft (laut geburtsbericht dauerte die austreibungsperiode nun schon drei stunden oder mehr), ich habe nur einmal gemerkt, dass das köpfchen das becken gen ausgang verlassen hat. ich hatte “schlechte herztöne” im ohr und “blut aus dem kopf abnehmen”. ich wollte, dass das alles aufhört. der oberarzt wurde dazugerufen (ich weiß nicht, wer ihn holte), der nickte auch. ich stimmte zu. ich hätte auch zugestimmt, wenn man mir vorgeschlagen hätte, das kind mit einem löffel aus meinem bauchnabel zu schaben. hauptsache ende.

der wehentropf wurde gegen einen wehenhemmer ausgetauscht. tja, irgendwie war dafür aber ein anderes gerät notwendig, dass irgendwo verliehen war. mir musste ein neuer zugang gelegt werden und offensichtlich durfte eine ärztin im praktikum an mir genau das üben. mein arm war jedenfalls am tag danach blau und grün. meine hebamme griff dann durch und holte einen anderen arzt, der mir dann den zugang vernünftig legte. die anästhesistin kam mit ihren fragebögen und ich setzte sowas wie eine unterschrift drunter. der mann erzählte mir hinterher, er wär ihr am liebsten an die gurgel gegangen, weil sie jedesmal die augen verdrehte, wenn ich mit einer wehe beschäftigt war, statt ihr zu antworten. nun denn, hektik, fahrstuhl, op. wie gut das tat, als der schmerz nachließ. meine hebamme wurde noch mal weggeschickt (!) weil eine wehende frau mit dickem bauch und ihre beleghebamme offenbar nicht ausreichten, um dem op-team zu beweisen, dass hier ein kaiserschnitt gemacht werden sollte, sie musste die 5 etagen wieder hoch und die ‘überweisung’ holen. naja, ab hier ging alles schnell: ruckelruckel, ein schwacher schrei. der mann geht mit hebamme und baby kurz in den nebenraum, dann wird mir das baby ins bett gelegt, wir fahren wieder hoch, kommen in den kreissaal, werden in ruhe gelassen, später gewaschen, das baby gewogen…mutter und kind “wohlauf”.

und ich war mit der frage allein: warum wurde es ein kaiserschnitt? ich hatte kein schlechtes gewissen, meinem baby gegenüber, wie so viele mütter. minime war gesund und ich behaupte, ihm war es pupsegal wie er auf die welt kam. mir aber nicht. ich fühlte mich übergangen, allein gelassen und verwundbar. in dieser situation, die ich nicht kontrollieren konnte, in der ich den körpergewalten ausgeliefert war. ich bekam auch keine eindeutige antwort auf die frage, warum der kleine nicht auf dem “natürlichen” weg raus wollte. ja, er hatte die nabelschnur rucksackartig umwickelt. aber sooo lang ist der ausgang ja auch nicht. lag er vielleicht auf dem trockenen und konnte das köpfchen nicht mehr in den ausgang drehen? aber fruchtwasser wird ja ständig neu gebildet und einmal hat er es ja immerhin in die richtige richtung geschafft. weder mein gynäkologe noch die hebammen auf der station wollten/konnten mir sagen, warum es nicht geklappt hat. ich fühlte mich als versagerin. letzten endes waren es vielleicht die zeitparameter, die die ärztin dazu bewogen, jetzt auf nummer sicher zu gehen. in den geburtsbericht schrieb sie “patientin wünscht kaiserschnitt”. ich hasse sie dafür.

wow, ich bin dann doch ein wenig ausgeufert. worauf ich hinaus wollte: ich war “gut vorbereitet” und hatte alle vorkehrungen für eine “natürliche, interventionsarme” geburt geschaffen. die eröffnungsphase war für mich ein spaziergang. manche interventionen hätte ich aber gewollt (einlauf, papierkram), andere währen vielleicht sogar sinnvoll gewesen (mikroblutuntersuchung). bei den einen wurde mein wunsch nicht gehört, bei den anderen wurde mein wunsch sofort ernst genommen, obwohl es anders vielleicht sinnvoller gewesen wäre. was heißt also selbstbestimmung unter der geburt und wer trägt dafür die verantwortung? ich glaub da gibt es keine eindeutigen antworten. eine freundin sagte vor der geburt zu ihrer hebamme, sie wolle auf keinen fall eine pda. unter der geburt fragte sie mehrfach danach, aber ihre hebamme hielt sich an den zuvor geäußerten wunsch. meine freundin ist damit sehr glücklich, es “ohne” geschafft zu haben. was aber, wenn sie diese pda wirklich “gebraucht” hätte, wenn sie ohne pda traumatisiert gewesen wäre? was ist da selbstbestimmung?

meiner hebamme, um es noch mal deutlich zu machen, mach ich keine vorwürfe: sie war die meiste zeit an meiner seite, war damit beschäftigt, neugierige hebammenschülerinnen fern zu halten, das ctg zu überwachen und gelegentlich wieder an ort und stelle zu bringen, mir was zu trinken zu reichen, die ärztin im praktikum zu verjagen die keinen zugang legen konnte, mir gut zuzureden, sie “mogelte” einen cm vom muttermund weg (behauptete also ggüber der ärztin, wir seien erst bei 9cm) um etwas zeit zu schinden undundund.

DIE NACHWEHEN

ich ging mit minime zur babymassage. in der ersten stunde sollten wir uns kurz vorstellen und auch erzählen, wie die geburt verlief. ich erzählte, dass minime mit kaiserschnitt geboren wurde, ich aber nicht genau wüsste, warum. darauf sagte die kursleitende hebamme “vielleicht waren sie nicht entspannt genug”. ich hätte meine sachen packen und gehen sollen. aber ich glaubte, sie hatte recht. darüber hinaus hat der kaiserschnitt zur folge, dass ich mir den nächsten geburtsort noch genauer aussuchen muss: hausgeburt bleibt wegen immer noch gleicher wohnung tabu und es gibt auch wenige hebammen, die nach einer kaiserschnitt eine hausgeburt betreuen. das geburtshaus schließt frauen mit vorangegangem kaiserschnitt als kundinnen aus. das nächste krankenhaus, dass bekannt dafür ist, den gebärenden sehr viel zeit zu lassen und kaiserschnitte nur bei medizinischer indikation (oder auf ausdrücklichen wunsch im sinne eines echten wunschkaiserschnitts) durchzuführen, und das sogar eventuell in der wanne (ja, davon träum ich immer noch) ist über 20 minuten autofahrt weg. zwar sagen viele, die zeiten von “einmal kaiserschnitt, immer kaiserschnitt” sind vorbei, dennoch mach ich mir gedanken.

SELBSTGEBOREN

ich fühle mich nicht von dem projekt angegriffen. mir ist total klar, dass auch ich mein kind selbstgeboren habe und die geburt weder schlechter oder besser war, weil es ein kaiserschnitt wurde. aber MIR hätte so ein buch im vorfeld ganz sicher nicht geholfen. mir persönlich ging es mit dem kaiserschnitt nicht gut, ich fühlte mich ausgeliefert und verlassen. nicht in den augen anderer mütter oder solcher hebammen. aber diese biologisierung von mutterschaft und geburt, diese natürlichkeitsrhetorik und co machen nichts besser. selbstbestimmt kann auch das bestehen auf “eingriffen” sein. und ausschließlich den gebärenden zu suggerieren, sie seien für diese selbstbestimmung verantwortlich, entweder dadurch, dass sie sich den richtigen geburtsort, die richtige hebamme aussuchen oder “entspannt” sind, ist purer hohn und verkennt diesen ausnahmezustand. ein sinnvolles projekt, das gebärende ermutigt sollte dazu beitragen, dass die ganze spannweite von geburtsabläufen sichtbar gemacht wird, damit man ein realistisches gefühl dafür bekommt, was eine erwarten kann. dass vielerorts auch unnötige interventionen statt finden, steht da noch auf einem anderen blatt, denn darauf hat die gebärende selbst kaum einfluss. da müssen die fachleute, hebammen, gynäkolog_innen und auch diejenigen, die für die abläufe bei geburten sonst noch mitverantwortlich sind dran arbeiten. diese “bürde” kann man nicht auch noch den frauen auflasten.

(und das bei diesem projekt frauen und menschen, die nicht “selbstgeboren” haben und dennoch mütter/eltern sind unsichtbar gemacht werden, lass ich außen vor)

vielleicht überarbeite ich diesen text noch mal. ich habe immer noch das gefühl, viele punkte eigentlich nur umkreist zu haben. darum bin ich doppelt gespannt auf eure leseeindrücke und kommentare! vielleicht hilft mir das beim “weiterdenken”

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Drei

minime wird heute drei. DREI!!! in zahlen: 3. drei jahre, in denen sooo viel passiert ist, und die doch an mir vorbeigerauscht sind. verrückt.

minime ist ein kind, wie ich es mir anders nicht wünschen kann…klingt komisch, aber vielleicht wisst ihr, was ich  meine. er schläft meistens durch, inzwischen müssen wir ihn morgens wecken, damit wir nicht zu spät zum kindergarten kommen. am wochenende kommt er meist gegen acht mit all seinen schnuffeltüchern und kuscheltieren, die er bei sich hat, zu uns ins bett. dann gibt es für ihn ein fläschchen tee, und es wird “geschnuffelt” (schnuffeln = schmusen + kuscheln, fragt nicht).

er geht gerne in den kindergarten, auch wenn wir eltern mit selbigem nicht ganz zufrieden sind. die kommunikation stimmt vorne und hinten nicht, in minimes gruppe gibt es hohe personalfluktuation, über die wir nie informiert werden, und was so an “specials” läuft (z.b. karneval) erfahren wir meist über freunde, deren kind in einer anderen gruppe ist. selten sagt mal eine der erzieherinnen, wie das kind tagsüber so drauf war und ich bin froh, wenn wir überhaupt gegrüßt oder verabschiedet werden. da ist definitiv besserungsbedarf.

seit weihnachten macht er zu hause keinen mittagsschlaf mehr und ab dieser woche fällt er auch im kindergarten aus. das einschlafen klappt so lala (wir hoffen, mit dem auslassen des mittagsschlafs, wird das wieder besser). ich leg mich meistens mit ihm ins große (also unser eltern-)bett, wir erzählen noch mal den tag und was so los war. minime lebt sehr im moment, fragen zu dem, was er vormittags im kindergarten gemacht hat oder was wir demnächst vorhaben beantwortet er eigentlich nie (auch nicht, wenn ich ihm z.b. ganz oft gesagt habe, das morgen seine freundin geburtstag feiert. wenn ich ihn dann frage: was ist morgen? antworetet er mit “ja?”). seit ich mit ihm noch mal den tag abends revue passieren lasse, wird das etwas besser und er fällt dann oft ein, wenn ich sage, was wir nach dem kindergarten gemacht haben. das einzige, was dieses “im hier und jetzt sein” erschwert, sind situationswechsel. er freut sich immer, wenn wir raus gehen, unter leute und kommt damit sehr gut zurecht. aber wenn ich ihn dann aus der situation hole, auch mit ankündigung, wird es schwierig. er schafft es dann z.b. auf dem nachhauseweg 20min. “NICHT NACH HAUSE, MAMA!” zu intonieren. puh… einen vorteil hat es aber auch: bis jetzt hat er das konzept “geburtstag” noch nicht verstanden, also nicht wie andere kinder schon die tage runtergezählt. ist halt alles zukunftsmusik gewesen. das war weihnachten und karneval auch so, sehr praktisch.

auch seit etwa weihnachten macht er sein großes geschäft nur noch aufm klo. ich sag euch, DAS ist eine arbeitserleichterung. zu hause lass ich ihn ab und zu ohne windel laufen, das ‘richtige’ trocken werden heb ich mir für die sommerferien im juli auf. im kindergarten habe ich nämlich auch schon drum gebeten, ihn ab und zu aufs klo zu schicken, und dafür extra diese windelslips gekauft. aber offensichtlich hat man dort nicht die zeit dazu, deshalb will ich erst sichtbare fortschritte, bevor wir das komplett umstellen. anstoss zum windelfrei-werden war übrigens ein “versehen”. am zweiten weihnachtsfeiertag besuchten wir freunde, eine gute stunde autofahrt entfernt. dort angekommen roch es irgendwann verdächtig und ich schaute in minimes windel – die gar nicht da war! ich dachte, der mann hätte dem kind eine windel drum gemacht, und er wiederum dachte, ich hätte…egal, das kind hatte nur gepupst und war ansonsten prächtig trocken, also können wir jetzt mutig sein.

drei jahre, das wird jetzt mit kuchen gefeiert.

ach ja, falls euch interessiert, was wir so an geschenken haben, bzw. der verwandt-/freund_innenschaft nahe gelegt haben:

- bücher und fanartikel vom drachen kokosnuss

- eine verkleidungskiste (mit umhängen, hüten, zauberstab und krönchen…alles, was jetzt vor-/nach karneval zu kriegen war. da kann auch jede_r nur ein teil zu beitragen und es kommt einiges zusammen)

- t-shirts in größe 104

- eine puppe (endlich, die patentante hat sich bereit erklärt!), da das thema “baby” bei minime ja grade aktuell ist. neulich hat er seinen elch gewickelt und die puppe kann man wohl auch ‘füttern’. und wie die patentante mir mitteilte, gibt es offenbar mehr puppen, die ‘mädchen’ sind als jungspuppen…nun denn.

so, auf zum kuchen!

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vegane Frühstücksmuffins

auf dem blog von wachstumsschublade habe ich neue frühstücksinspiration gefunden (rezept s.u.).

in der regel frühstücken wir unter der woche nicht gemeinsam: das kind bekommt seine frühstücksdose und isst im kindergarten. meist beinhaltet die frühstücksdose ein brot mit wasauchimmer und dann was noch so da ist: der mann packt ihm mal babybel ein oder trockenobst, ich nehm minitomaten oder auch mal einen joghurt. wenn der mann nicht auf einem job ist, stehen wir unterschiedlich auf: eine_r macht morgens das kind parat, die_der andere darf ausschlafen. so frühstücken wir dann auch nicht zusammen. bleibt also noch das wochenende (an dem wir auch selten alle zur gleichen zeit aufstehen…purer luxus). da mach ich dann meistens vegane bananenpancakes. auf die dauer auch ein wenig langweilg, darum war ich sehr dankbar über folgendes rezept (smoothies gibts bei uns sowieso oft zwischendurch und avocado auch ständig):

Porridge aus dem Rohr (wir haben sie frühstücksmuffins genannt)

1 TL Backpulver
½ TL Salz
2 Becher Haferflocken (als Becher hab ich ein Viertelliterglas genommen)
1/2 Becher geriebene Mandeln
3 EL Ahornsirup
1 Becher Mandelmilch
½ Becher ungesüßtes Apfelmus
1 EL Sonnenblumenöl
1 TL Vanillepulver
Erdbeeren, Heidelbeeren, Schokochips, Cashewnüsse,…. was Euch gefällt

  • Ofen auf 190 Grad vorheizen
  • Muffinform mit Förmchen befüllen oder einfach eine flache Form mit Backpapier auslegen (habe beides probiert, hat beides sehr gut funktioniert)
  • Backpulver, Salz, Haferflocken und Nüsse in einer Schüssel vermengen.
  • In einer anderen Schüssel Ahornsirup, Milch, Apfelmus, Öl und Vanille verrühren.
  • Flüssige und trockene Zutaten rasch vermischen und in die Formen füllen (Muffinförmchen nur 3/4 voll füllen)
  • Beeren, Schokochips und Nüsse auf der Masse verteilen (Ich habe einmal Erdbeeren und Schokochips und einmal Heidelbeeren, Schokochips und Cashewnüsse verwendet, siehe oberstes Bild.)
  • ca. 20-25 Minuten backen
  • warm oder kalt essen!

ich hab erstens noch drei esslöffel mehl hinzugefügt, weil mir die konsistenz etwas flüssig vorkam und zweitens statt ahornsirup agavendicksaft genommen, statt apfelmus eine mischung aus mandelmus und erdbeermarmelade – was halt grad noch da war. das macht für mich ein gutes rezept aus: dass es sich variieren lässt und trotzdem funktioniert. die muffins lassen sich übrigens prima mit zum picknick nehmen, beim brunch servieren oder auch mit in den kindergarten geben. ach ja: die menge reichte genau für unsere 12 silikonmuffinförmchen (ja, sowas besitze ich ^^)

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